Diversity bedeutet Vielfalt oder Verschiedenheit. Was unter Diversity gefasst wird, kann je nach Kontext variieren. So werden in letzter Zeit beispielsweise aus aktuellen Anlässen heraus die Medien- und Meinungsvielfalt in vielen Ländern diskutiert. Gemeinsam ist diesen verschiedenen Diskursen, dass vor dem Verlust von Vielfalt gewarnt bzw. diese Vielfalt als erhaltenswert betont wird.

Bezogen auf sozialpolitische Felder bezieht sich Diversity zumeist auf den Schutz der Dimensionen, die durch die europäische Gesetzgebung definiert sind: Geschlecht und geschlechtliche Identität, ethnische Herkunft und Nationalität, Alter, körperliche und geistige Verfassung, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung sowie soziale Herkunft. In Bezug auf diese Anwendungsfelder lässt sich ein konstanter Wandel in der Gesellschaft feststellen: Geschlechterrollen, Familienmodelle und Lebensformen verändern sich. Über ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands sind selbst eingewandert oder haben zumindest ein Elternteil, das nicht in Deutschland geboren ist. Etwa 7% der Deutschen identifizieren sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder queer.

Diese gesellschaftliche Vielfalt verändert auch die Erwartungen an Unternehmen sowie die Summe der unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche von Kundinnen und Kunden. Sie verändert, wie wir zusammenleben, zusammenarbeiten und miteinander kommunizieren. Welche Konsequenzen diese Veränderungen auf die Wirtschaftskommunikation haben und wie Unternehmens- bzw. Marketingkommunikation mit dieser Diversität umgehen, wird Thema der Tagung sein.

Bei der Tagung wird von einem weiten Verständnis der beiden Begriffe „Diversity“ und „Kommunikation“ ausgegangen. Willkommen sind vor allem Vortragsthemen mit neuen Ansätzen und Studien, die beide Themen verknüpfen. Es sei explizit erwähnt, dass Beiträge aus allen Wissenschaftsbereichen – der Sprach- und Kommunikationswissenschaft, den Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie, der Psychologie, den Rechtswissenschaften usw. – willkommen sind, und das sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch im Bereich der angewandten Forschung.

Beispiele für interessante Themenfelder können Entwicklungen und Erkenntnisse in diesen Bereichen sein:

  • Diversity, Inklusion und soziale Nachhaltigkeit als Gegenstand der Kommunikation
  • Veränderungen der Kommunikation durch Diversity
  • Medien- und Meinungsvielfalt
  • Ethnomarketing und ethnische Werbung
  • Gendermarketing − traditionelle Geschlechterrollen im Marketing
  • Gender Shift − Veränderungen von Geschlechterrollen und -stereotypen
  • Gender- und diversitysensible Kommunikation in Sprache und Bild
  • Diversity Marketing – zwischen Massen- und Individualmarketing
  • Social Washing – Missbrauch der Idee der Corporate Social Responsibility (CSR)
  • Geschlechtergleichstellung und Barrierefreiheit am Arbeitsplatz
  • Diversity in der HR-Kommunikation
  • Inklusive, barrierefreie bzw. universelle Kommunikation
  • Purple Washing – feministische Kritik an Marketingstrategien
  • Rechtliche Besonderheiten diverser Kommunikation
  • Psychologische Aspekte der Diversity für die Kommunikation
  • Best-Practice-Beispiele
  • u. v. m.

Bei Interesse daran, einen Vortrag zu halten, ist vorab ein Abstract im Umfang von maximal 2.500 Zeichen inkl. Leerzeichen als Word-Dokument (*.doc) in deutscher oder englischer Sprache per E-Mail mit dem Betreff „EUKO 2022“ bei der Tagungsleitung einzureichen. Die Abstracts werden allen Konferenzteilnehmenden zu Beginn der Konferenz in einem Abstract-Band ausgehändigt.

Bitte nutzen Sie bei einer Einreichung ausschließlich die hier zur Verfügung gestellte Formatvorlage: » Download Formatvorlage

Die Vorträge während der Tagung dauern 30 Minuten (inkl. Diskussion). Die Tagungssprachen sind nach bisheriger Tradition Deutsch und Englisch. Bitte beachten Sie, dass erfahrungsgemäß mit hoher Wahrscheinlichkeit die meisten Vorträge auf Deutsch stattfinden werden.