An der Schnittstelle zwischen IT und Radiologie

„Du bist nie zu alt, um dir neue Ziele zu setzen.“

FOM Absolvent und Student Anton S. Quinsten möchte als leitender MTRA die Zukunft der Radiologie maßgeblich mitgestalten (Foto: Privat).
FOM Absolvent und Student Anton S. Quinsten möchte als leitender MTRA die Zukunft der Radiologie maßgeblich mitgestalten (Foto: Privat).

Künstliche Intelligenz, Big Data, Deep Learning und Radiomics sind für FOM Bachelor-Absolvent und Master-Student Anton S. Quinsten keine Fremdwörter. Mit 48 Jahren schloss der Bochumer MTRA (Medizinisch-technischer Radiologieassistent) sein Bachelor-Studium in „Wirtschaftsinformatik“ an der FOM Hochschule in Essen ab. Bereits während seines Studiums publizierte er mehrere wissenschaftliche Arbeiten in renommierten Journals, lies sich zum IT-Administrator weiterqualifizieren und zum Radiologischen Informationstechnologen (RIT) zertifizieren. Sein FOM Master-Studium in „Big Data & Business Analytics“ meistert er neben dem Beruf als leitender MTRA am Universitätsklinikum Essen.

Sie haben mit ü40 ein Studium an der FOM aufgenommen. Wie kam es dazu?
In der Medizin-, bzw. Radiologie hat jede technologische Veränderung eine direkte Auswirkung auf meinen Beruf. Künstliche Intelligenz ist längst Teil der Radiologie und stellt MTRA vor neue Herausforderungen. Da die technischen Entwicklungen rasant sind, muss man sich weiterbilden, um auf dem neusten Stand zu bleiben. Das geht nur durch lebenslanges Lernen, z.B. mit einem berufsbegleitenden Studium an der FOM.

Wie erlebten Sie Ihre Bachelor-Studienzeit? Stellte Sie der Altersunterschied vor Herausforderungen?
Spannend, faszinierend, herausfordernd. Es macht unheimlich viel Spaß und wenn man für die Themen brennt, gehen die Inhalte und Klausuren leichter von der Hand. Zudem hat der Austausch mit Gleichgesinnten aus den unterschiedlichsten Branchen meinen Horizont extrem erweitert. Ich bin mit allen Kommilitoninnen und Kommilitonen sehr gut ausgekommen und die jüngeren Studierenden konnten teilweise von meiner Berufserfahrung profitieren. Es sind sogar enge Freundschaften in der Studienzeit entstanden.

Gab es ein Schlüsselerlebnis?
Das Thema Informationstechnologie, insbesondere Künstliche Intelligenz, fasziniert und begeistert mich. Das hat mich dazu bewegt, das Buch „Informationstechnologie und Künstliche Intelligenz in der Radiologie“ mit meinem Kommilitonen Dominik Heße zu schreiben. Dort konnte ich auch Erlerntes aus dem Studium einfließen lassen. Seit Oktober 2022 ist das Fachbuch im Handel erhältlich.

Welchen zeitlichen Herausforderungen mussten Sie sich stellen?
Neben Familie, Beruf, Studium und Forschung noch ein Buch zu schreiben war herausfordernd – aber ich bin stolz, alles parallel geschafft zu haben. Grundsätzlich sage ich mir immer: ‚Du bist nie zu alt, um dir neue Ziele zu setzen‘, das war mein Antrieb und hat mich durch diese intensive Zeit getragen.

Hat sich das Studium gelohnt? Gibt es einen Return on Invest?

Absolut, nach meinem Studium habe ich sehr viele berufliche Angebote erhalten. Ich möchte jedoch meine Tätigkeit bei der Universitätsmedizin Essen fortführen, weiter forschen, um den Beruf der MTRA für Radiologie zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Würden Sie sich rückblickend wieder für ein Studium an der FOM entscheiden?
Ich habe umgehend nach meinem Bachelor-Abschluss das Master-Studium an der FOM aufgenommen. Also ganz klar, ja!

22.11.2022 | Essen

Das Interview führte Annette Preier