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9. Duisburger Gesundheitsforum „RundUm Gesund“

Wie wir unserem Glück auf die Sprünge helfen

08.03.2022 | Duisburg

Das 9. Duisburger Gesundheitsforum „RundUm Gesund“ widmete sich dem Thema: „Positive Psychologie – was wir aus der Glücksforschung lernen können“. Rund 70 Interessierte kamen dabei virtuell zusammen, um die Impulsvorträge von zwei Psychologinnen zu hören. Danica Schaab ging unter dem Titel „Was macht (wirklich) glücklich?“ auf die Grundsätze der Positiven Psychologie ein. Olivia Bishop referierte in ihrem Vortrag darüber, wie Zufriedenheit und Effizienz im Homeoffice gewährleistet werden. Organisiert wurde das Duisburger Gesundheitsforum von der FOM Hochschule in Duisburg in Kooperation mit der AOK Rheinland/Hamburg.

Krisenbehaftete Zeiten sind für Menschen mental herausfordernd. Der Psychologin Danica Schaab zufolge kann die Positive Psychologie einen wertvollen Beitrag leisten, damit auch diese schwierigen Phasen gemeistert werden: „Die Positive Psychologie beinhaltet viele Aspekte, mit denen wir in Krisenzeiten mental, psychisch gesund bleiben“, erklärte Schaab beim 9. Duisburger Gesundheitsforum „RundUm Gesund“ vor rund 70 virtuell versammelten Interessierten. Im Vordergrund der Betrachtung stand dabei die Frage: Was macht das Leben lebenswert? Dabei gehe es der Psychologin zufolge weniger darum, eine „rosarote Brille“ aufzusetzen. Vielmehr liefert die Glücksforschung wissenschaftliche Erkenntnisse, die angewandt einen positiven Mehrwert erzeugen können. Schaab nannte dazu fünf „Glücksfaktoren“.

Die fünf Glücksfaktoren

Erstens: „Positive Emotionen“. Menschen seien oft auf das Negative konzentriert. Ein bewusster Fokus auf positive Begebenheiten könne beispielsweise durch tägliche Notizen in einem Tagebuch gesetzt werden. Zweitens: „Stärken nutzen“. Auch hier liege der Fokus allzu häufig auf den Defiziten, also dem, was nicht läuft. Die Psychologin schlägt dagegen vor, eigene Stärken zu identifizieren und diese gezielt einzusetzen. Drittens: „Beziehungen pflegen“. Dabei gehe es vorrangig nicht um die Anzahl der Beziehungen, sondern um deren Qualität. Gute Beziehungen, die Vereinsamung vorbeugen, können Studien zufolge sogar die Sterblichkeit verringern. Viertens: „Sinn erleben“. Das eigene Tun und Handeln sollte als sinnvoll erachtet werden, um einen positiven Einfluss auf das eigene Wohlbefinden zu haben. Fünftens: „Ziele erreichen“. Die Erreichung von Lebenszielen und die damit verbundenen Erfolgserlebnisse seien für unser psychologisches Wohlbefinden und damit für unser Lebensglück wichtig. Bereits das Verschriftlichen einer Zielerreichungsstrategie kann die Erfolgschancen für die Erreichung laut Schaab auf bis zu 76 Prozent erhöhen.

Happy im Homeoffice

In den vergangenen zwei Jahren wurde vielerorts im Homeoffice gearbeitet. Diese These wurde während des 9. Duisburger Gesundheitsforums „RundUm Gesund“ durch eine Umfrage unter den Teilnehmenden gedeckt. Grund genug also für die Psychologin Olivia Bishop das Thema „Zufrieden und effizient im Homeoffice“ näher zu beleuchten. 

„Eat the frog first“

Drei Faktoren sind dabei Bishop zufolge die maßgeblichen Stellschrauben: Rahmenbedingungen, Zeitmanagement und Konzentration. Zu den Rahmenbedingungen zählen beispielsweise die Etablierung neuer Rituale und Gewohnheiten, die Ergonomie am (Home-)Arbeitsplatz und weitere Herausforderungen, die eine Verlagerung aus dem Unternehmen in die eigenen vier Wände mitbringen. Anhand von Kamel-Höckern erläuterte Bishop das Zeitmanagement, das wellenförmig die Energiekurve des eigenen Biorhythmus veranschaulichte. „Wann können Sie die anspruchsvollen oder aufwändigsten Tätigkeiten verrichten?“, fragte die Psychologin. Sie empfahl: „Eat the frog first“ – die unangenehmste Tätigkeit sollte zuerst bearbeitet werden, da sie sonst weiter präsent bleibe und lediglich umschlichen werde. 

Positive Psychologie kann einen Beitrag zum eigenen Wohlbefinden leisten. (Foto: AdobeStock/sewcream)

Mythos Multitasking

Zum Thema Konzentration räumte Bishop mit einem Mythos über das Multitasking auf: „Niemand kann wirklich mehrere anspruchsvolle Aufgaben gleichzeitig bearbeiten. Es ist dann eher ein serielles Abarbeiten. Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen“, umschrieb sie es. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz, die Minimierung von Ablenkung, regelmäßige Pausen, klare Absprachen und Belohnungen sind von Bishop genannte Faktoren, die einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden im Homeoffice haben können.

Einen Nerv getroffen

Marina Nickel, stellvertretende Geschäftsleiterin der FOM in Duisburg, die das Programm moderierte, zeigte sich nach dem Veranstaltungsende zufrieden: „Die beiden Referentinnen haben uns sehr interessante Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung und einige gute Tipps gegeben. Besonders gefreut hat mich der angeregte Austausch und die zahlreichen Fragen der Teilnehmenden im Anschluss an die Vorträge. Das zeigt, dass wir gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg einen Nerv getroffen haben“, sagte sie.