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Motiviert bis in die Haarspitzen

Die Nürnbergerin Selina Juana Kuhlmann powert sich durch Marketing-Job, Studium und Instagram-Kanal

27.07.2022 | Nürnberg

Hauptberuflich ist sie im Marketing-Team von adidas AG Reebok Europe aktiv, nebenberuflich motiviert sie als Model und Influencerin selina_juana über 26.000 Followerinnen und Follower via Instagram zu sportlicher Aktivität. Und weil ihre Kapazitäten damit noch lange nicht erschöpft sind, studiert sie berufsbegleitend an der FOM Hochschule in Nürnberg den Bachelor-Studiengang Marketing & Digitale Medien im sechsten Semester. Wie sie diese drei großen Bereiche ihres Lebens miteinander verbindet und warum sie ihre bisherigen Erfahrungen, zu denen der Besuch der Hauptschule ebenso gehört wie ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau, nicht missen möchte, erzählt Selina Juana Kuhlmann im Interview.

Selina, eine Frage vorweg: Ist es okay, wenn wir uns duzen?

Selina: Ja klar, sowohl bei Instagram als auch im Marketingteam von Reebok ist das „Du“ ganz normal. Damit fühle ich mich also sehr wohl.

Bevor wir zu deinen Erfahrungen mit dem FOM Studium kommen: Wie bist Du – ohne Hochschulabschluss – in der Marketingabteilung eines Weltunternehmens gelandet?

Selina: Von der Hauptschule bin ich auf eine Wirtschaftsschule gewechselt, habe dort die Mittlere Reife gemacht und dann eine Ausbildung im Hotelfach absolviert. Ich habe schon immer gern kreativ gearbeitet und Dinge organisiert und geplant. Deshalb passte das Hotel wirklich gut. Nach der Ausbildung habe ich ein paar Jahre weiter im Hotel gearbeitet. Nebenbei habe ich mich als Moderatorin fürs Frankenfernsehen ausprobiert, erste Erfahrungen im Model-Business gesammelt und auf Messen und hinter der Bar gejobbt. Parallel dazu befüllte ich meinen eigenen Instagram-Kanal mit meinen Erlebnissen, der zunehmend mehr Zeit für Kommunikation und Content-Produktion in Anspruch nahm. Damals wurde mir klar, dass mich meine Aufgaben im Hotel langfristig nicht zufriedenstellen würden. Also hörte ich mich nach einer Alternative um: Ich hatte die Wahl, eine Ausbildung als Justizwachtmeisterin zu absolvieren oder als Assistentin in der Marketingabteilung von adidas/Reebok zu arbeiten. Ich entschied mich für das Marketing.

Als Model und Influencerin setzt Selina Juana Kuhlmann auf Gesundheits- und Beautythemen (Foto: Alina Ebersberger)

Und wie ging es dann weiter?

Selina: Im Marketing erhielt ich viele neue Impulse und lernte neue Themen kennen. Mir wurde aber auch klar, dass mir kaufmännisches Know-how fehlte. Eine Kollegin, die bereits an der FOM studiert hatte, empfahl mir das berufsbegleitende Studium und so schrieb ich mich 2019 am Nürnberger Hochschulzentrum für „Marketing & Digitale Medien“ ein. Die Studienzeiten freitags abends und samstags tagsüber passten ganz gut und da ich ein Teamplayer bin, kam ein Fernstudium für mich eh nicht infrage.

Welche Herausforderungen bringt das Studium neben dem Beruf mit sich?

Selina (lacht): Bei mir war die größte Herausforderung definitiv die Mathematik. Den letzten Matheunterricht hatte ich in der sechsten Klasse auf der Hauptschule, denn in der Wirtschaftsschule war Mathe damals kein Pflichtfach. Meine Lücken waren also riesig. Aber mit Hilfe meiner Kommilitonen, des Nürnberger Dozenten und guter Youtube-Kanäle habe ich die Klausur tatsächlich geschafft – und das sogar ziemlich gut!

Hast Du Dich neben dem Fachwissen, das Du Dir an der FOM schon angeeignet hast, auch persönlich weiterentwickelt?

Selina: Auf jeden Fall! Im Modul „Kompetenz- und Selbstmanagement“ habe ich meine Schwächen und Stärken reflektiert, das ist selbst heute noch extrem hilfreich, wenn neue Anforderungen auf mich zukommen. Das hat mein Selbstvertrauen gestärkt. Auch mein Zeitmanagement und meine organisatorischen Skills haben sich weiterentwickelt.

Selina Juana Kuhlmann studiert berufsbegleitend "Marketing & Digitale Medien" an der FOM in Nürnberg (Foto: Matteo Brusa)

Bereits während des Studiums hast Du Verantwortung für ein Social-Media-Projekt von Reebok übernommen. Darüber hinaus verfügst Du über langjährige Erfahrungen mit Deinem persönlichen Instagram-Kanal. Worauf sollten Unternehmen achten, die Social-Media-Kanäle betreiben?

Selina: Allen Beteiligten und vor allem den Entscheidungsträgern sollte bewusst sein, dass es sich um soziale Plattformen handelt, nicht um Online-Shops. Das heißt, die Interaktion mit der Community ist extrem wichtig, ebenso die Inhalte, also was kommuniziert wird. Geben wir unser Community einen Mehrwert, indem wir interessante Informationen teilen – im besten Fall auf eine ansprechende, unterhaltsame Art und Weise – können wir eine Bindung aufbauen und zum guten Schluss auch Umsatz erzielen. Unternehmen sollten Social Media als wertvolles Tool sehen, um langfristig Kundenbindung aufzubauen & neue Kunden zu gewinnen. Deshalb sollten dafür auch genügend Ressourcen im Unternehmen geschaffen werden.

Apropos Zeit: Wo bleibt neben Deinem Vollzeitjob und Deinem berufsbegleitenden Studium noch die Zeit für Deinen eigenen Kanal selina_juana?

Selina: Die muss ich mir wirklich gut einteilen und Puffer einplanen. Auch, wenn es mir super viel Freude bereitet und ich tolle Kooperationen habe, für die ich sehr dankbar bin, unterschätzt man die Arbeit und den zeitlichen Aufwand, der dahintersteckt. Um erfolgreich zu bleiben, braucht es also auch ein wenig Durchhaltevermögen und ich müsste lügen, wenn ich behauptete, dass es mehr Spaß macht, ein Essay zu schreiben als ein cooles Reel zu produzieren (sie lacht). 

Was würde Dich beruflich denn besonders reizen?

Selina: Nach meinem Studium würde ich gern im Ausland arbeiten, um andere Arbeitskulturen zu erleben. Reebok und adidas bieten dafür spannende Standorte. Außerdem interessiert mich der Bereich Brand Activation, hier würde ich gerne gezielt Berufserfahrung aus Sicht einer Brand sammeln und meine Kenntnisse aus meinem Social-Media-Kanal einbringen.

Selina powert sich durch Job, Studium und eigenen Instagram-Kanal (Foto: Anja Mörk)

Gibt es etwas, was Du rückblickend gern anders gemacht hättest?

Selina: Nein, ich bereue nichts. Vielleicht hätte ich schneller dorthin kommen können, wo ich heute bin. Aber dann würden mir viele Erfahrungen und Sichtweisen fehlen. Und diese Vielfalt an Erfahrungen hat für mich ganz klar einen extrem hohen Wert!

Vielen Dank für das Gespräch, Selina!

Das Interview führte Silke Fortmann