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  • Kooperation seit mehr als 20 Jahren: FOM Hochschule und Bertelsmann

Erfolgsmodell Duales Studium

Über 20 Jahre Kooperation: FOM Hochschule und Bertelsmann

Im September 2001 war es soweit: 20 Bertelsmann-Auszubildende starteten ihr duales Bachelor-Studium an der FOM – als erste Studierende des Kooperationsstudiengangs „International Management“, den das weltweit agierende Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen und Deutschlands Hochschule für Berufstätige seitdem gemeinsam anbieten. Heute, mehr als 20 Jahre und 197 Absolventinnen und Absolventen später, ist das Duale Studium bei Bertelsmann gefragt wie eh und je. Harald Lexis, stellv. Leiter Zentrale Ausbildung, und Prof. Dr. Dr. habil. Clemens Jäger, FOM Dekan und wissenschaftlicher Studienleiter des Kooperationsstudiengangs, geben Einblicke in das Erfolgsmodell.  

09.02.2022 | Gütersloh

Seit mehr als 20 Jahren kooperiert Bertelsmann mit der FOM Hochschule in Gütersloh. Was war das Ziel, als Sie sich 2001 für die Zusammenarbeit entschieden haben?

Harald Lexis: Im Grunde genommen ging es sogar schon ein paar Jahre früher los: Und zwar 1993 mit dem dualen Studiengang „Betriebswirt“, damals noch in Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Verwaltungsakademie (VWA) in Essen – die VWA war Teil der BCW-Gruppe, zu der ja auch die FOM Hochschule gehört. Unsere Idee war, mit einem Dualen Studium Abiturientinnen und Abiturienten in unserem Haus eine interessante Alternative zur klassischen Ausbildung anzubieten. 2001 haben wir dann als eines der ersten Großunternehmen des Landes den Umstieg auf den Bachelor „gewagt“ und sind mit unserem ersten Jahrgang an der FOM in Gütersloh gestartet. Von da an haben wir das Duale Studium zunächst alle zwei Jahre angeboten, seit 2015 jährlich. So konnten wir unser bestehendes Ausbildungsangebot für alle Beteiligten gewinnbringend erweitern.

Prof. Dr. Dr. habil. Clemens Jäger: Wir freuen uns sehr darüber, dass wir jetzt schon so lange und so erfolgreich mit Bertelsmann kooperieren. Die Zusammenarbeit verläuft sehr partnerschaftlich, wir pflegen ein loyales, vertrauensvolles Verhältnis. Ein wichtiger Aspekt ist sicherlich auch, dass wir uns nicht nur punktuell, sondern kontinuierlich austauschen. Die FOM und Bertelsmann sind auf jeden Fall sehr gute Sparringspartner! So ist es uns auch gelungen, die besonderen Herausforderungen der Corona-Pandemie zu meistern. 

Bertelsmann hat sich für das Bachelor-Studium „International Management“ (B.A.) entschieden. Warum fiel die Wahl auf diesen Studiengang?

Lexis: Bei der Auswahl des Studiengangs war uns wichtig, dass er für verschiedene Tätigkeitsfelder in unserem Haus qualifiziert. „International Management“ ist für unseren Bedarf insofern ideal, da das Studium einen BWL-Schwerpunkt mit internationaler Ausrichtung bietet – die Kombi aus Wirtschaftswissenschaften und Internationalität kommt auch bei unseren Bewerberinnen und Bewerbern sehr gut an! Gleichzeitig ist es natürlich so, dass sich die Anforderungen an unsere Fachkräfte im Laufe der Zeit verändern. Darum sind wir sehr froh, mit der FOM Hochschule eine marktbeobachtende Partnerin an der Seite zu haben, die das Studium an die aktuellen Bedürfnisse unseres Unternehmens anpasst.

Jäger: Unsere Arbeitswelt befindet sich in einem stetigen Wandel. Daher ist es zwingend geboten, agil zu sein und auf diese Veränderungen zu reagieren – nur so können wir die Studierenden auf die Herausforderungen von morgen vorbereiten. Die digitale Transformation ist das große Thema unserer Zeit und auch für Bertelsmann von hoher Relevanz – also haben wir die Inhalte des Kooperationsstudiengangs zum nächsten Studienstart insofern angepasst, dass wir jetzt noch mehr und noch gezielter Future Skills vermitteln – beispielsweise eine umfassende Digitalkompetenz.

Symbolbild einer Absolventengruppe
Verabschiedung der Bertelsmann-Absolventinnen und -Absolventen im Jahr 2019 (Foto: Bertelsmann)

Kommen wir zu konkreten Zahlen: Wie wird das duale Studienangebot von jungen Menschen angenommen?

Lexis: Sehr gut, und das bereits über viele, viele Jahre hinweg! Pro Jahrgang erreichen uns zwischen 250 und 300 Bewerbungen, und zwar qualitativ hochwertige. Das zeigt uns, dass es sich bei unserem Angebot um einen „heiß begehrten“ Bildungsweg handelt. Jedes Jahr aufs Neue führen wir tolle Gespräche mit hochmotivierten jungen Menschen. Die FOM Hochschule ist eng am Auswahlprozess beteiligt, die 18 besten Bewerberinnen und Bewerber erhalten schließlich das Angebot für einen dualen Ausbildungsplatz. Was man noch dazu sagen muss: Das FOM Studium richtet sich nicht ausschließlich an Abiturientinnen und Abiturienten: Auch ausgewählten Bertelsmann-Mitarbeitenden eröffnen wir die Möglichkeit, das Studium berufsbegleitend zu absolvieren – und sich so für neue Aufgaben zu qualifizieren. 

Harald Lexis
Harald Lexis, stellv. Leiter Zentrale Ausbildung bei Bertelsmann (Foto: Bertelsmann)
Professor Clemens Jäger
Prof. Dr. Dr. habil. Clemens Jäger, FOM Dekan und wissenschaftlicher Studienleiter des Kooperationsstudiengangs (Foto: FOM / Tom Schulte)

Und was glauben Sie, warum das Duale Studium so beliebt ist?

Lexis: Da fließen sicherlich verschiedene Faktoren mit ein. Wir beobachten seit Jahren, dass der Großteil der Abiturientinnen und Abiturienten einen sehr hohen Bildungswillen mitbringt. Anders als in einem klassischen Vollzeit-Studium erwerben sie im dualen Modell zusätzlich zum Bachelor-Titel einen Ausbildungsabschluss – und sammeln bereits während ihrer Studienzeit umfangreiche Praxiserfahrungen. Um eine bestmögliche Integration in betriebliche Abläufe zu ermöglichen, setzen wir bei unserer Kooperation übrigens auf ein Tages-Studium. Das heißt, unsere dual Studierenden besuchen zweimal wöchentlich ihre Vorlesungen, an den anderen Tagen absolvieren sie ihre Ausbildung im Unternehmen. Und können so Theorie und Praxis optimal miteinander verbinden.

Jäger: … Und das sogar in beide Richtungen! Zum einen können die Studierenden das in den Vorlesungen erworbene Wissen unmittelbar im Berufsalltag erproben. Zum anderen lassen sich ihre Erfahrungen aus dem Ausbildungsalltag aber auch in die Vorlesungen einbringen – insbesondere in höheren Semestern diskutieren wir häufig Fragestellungen aus dem konkreten Unternehmenskontext. Diese enge Verzahnung von Theorie und Praxis ermöglicht einen maximalen Lerneffekt und qualifiziert die Studierenden für anspruchsvolle Aufgaben und Tätigkeiten. Alles in allem denke ich: Es ist einfach das Gesamtpaket, das das Duale Studium so attraktiv macht. Und wenn ich an die vielen strahlenden Gesichter bei unseren Absolventenfeiern denke… Da sehen wir, dass die Studierenden wirklich stolz sind, Teil dieser Kooperation zu sein. 

Lexis: Das kann ich so unterschreiben. Wir holen uns bei unseren Mitarbeitenden regelmäßig Feedback ein, und die Befragungen bei den Studierenden spiegeln eine hohe Zufriedenheit wider – trotz ihrer 6-Tage-Woche in den ersten zwei Jahren. Und auch die Zahlen sprechen für sich: Die Verbleibquote nach Studien- und Ausbildungsabschluss liegt bei Bertelsmann bei rund 90 Prozent. Wir bilden also nicht nur aus, sondern gewinnen durch die Kooperation top-qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Zukunft. Und auch diejenigen, die nicht bei uns verbleiben, legen oftmals tolle Karrieren hin oder schlagen eine erfolgreiche akademische Laufbahn ein – beispielsweise konnte sich einer unserer „Ehemaligen“ für einen Platz im Master-Studium in Harvard qualifizieren! Daran erkennt man die hohe Qualität des Kooperationsstudiengangs.

Das Interview führte Sissy Niemann.