• FOM
  • 2022
  • Juni
  • Von der Baustelle in den Hörsaal: Duales Studium bringt noch mehr Farbe ins Leben

Von der Baustelle in den Hörsaal – „Keine Angst vor außergewöhnlichen Lebensläufen!“

Gelernte Malerin und Lackiererin: Duales Studium bringt noch mehr Farbe ins Leben

Würde Julia Rausch ihren eigenen Lebenslauf künstlerisch zu Papier bringen, dann wäre es ein farbenfrohes, strahlendes Werk mit facettenreichen Elementen, Linien, Strukturen – und noch ein paar weißen Stellen. Denn der bisherige Weg der gelernten Maler- und Lackiererin ging einmal quer durch die Berufslandschaft. Woher sollen Abiturientinnen und Abiturienten schließlich mit gerade mal 17, 18 Jahren wissen, was sie beruflich machen wollen? Nach diversen Stationen und Berufsexperimenten weiß die 22-Jährige heute, was sie will: Derzeit absolviert sie ein Traineeship bei STORCH in Wuppertal und studiert dual „Business Administration“ an der FOM Hochschule: „Der Job und das Bachelor-Studium bringen meinen bisherigen Lebenslauf wie ein Puzzle zusammen, es vereint meine Interessen und ist das, was ich machen will!“ Und auch ihr Ausbildungsleiter, der selbst an der FOM dual studierte, ist überzeugt: „So ein Lebenslauf macht eine Person spannend. Unternehmen sollten keine Angst vor außergewöhnlichen Lebensläufen haben!“

Der Lack war ab

Nach ihrem Abitur wollte Julia ein Medizinstudium starten – erhielt allerdings keinen Studienplatz. Also jobbte sie ein Jahr lang in diversen Bereichen, im Einzelhandel und bei einem Autohersteller, bei dem sie sich das erste Mal mit Lacken beschäftigte. Schließlich begann sie ein Psychologiestudium, musste jedoch schnell feststellen: „Das ist absolut nicht meins! Ich hatte etwas völlig anderes erwartet.“ So brach sie frustriert ihr Studium ab und war überzeugt, dass es nicht so weitergehen könne: „Ich wollte eine abgeschlossene Berufsausbildung, etwas, das gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bringt.“ Und so stieß Julia auf das Handwerk. „Ich bin sehr kreativ, also entschied ich mich für das Malerhandwerk.“ Sie verkürzte ihre Ausbildungszeit um die Hälfte, was ihr aufgrund ihres Abischnitts möglich war. 

Veränderung durch Weiterbildung

Während ihrer Ausbildung arbeitete sie mit den Werkzeugen von STORCH, die ihr sehr gefielen. In dieser Zeit riss sie unzählige Tapeten ab, schliff und verspachtelte Wände, erlernte diverse Techniken, Marmorierungen, bearbeitete Fußböden, zog Trockenbauwände hoch oder verbrachte Tage lang auf Baustellen, um komplette Fassaden zu erneuern – und das hauptsächlich mit männlichen Kollegen. Doch der Alltag auf der Baustelle war nicht ganz Julias Ding, zumindest nicht auf Dauer: „Es ist körperlich anstrengend und zu grob.“ Also sollten eine akademische Weiterbildung und eine Veränderung her. Und so entschied sie sich dazu, sich bei der Storch-Ciret Group für das Duale Studium zu bewerben – also ein Traineeship im Unternehmen in Kombination mit einem Studium an der FOM in Wuppertal. „Das Studium klang sehr vielversprechend. Produktwissen hatte ich ja bereits, jetzt musste noch der kaufmännische Background her“, so die Studentin.

Bunte Palette

Und durch zwei Ausgleichstage und eine gute Planung sei es laut Julia kein Problem, Job und Studium zu vereinen. Sie studiert im Abend- und Samstagsstudium, erhält einen Tag die Woche frei zum Lernen. „Ich wechsle alle vier Monate die Abteilung, momentan bin ich in der Produktentwicklung.“ Und diese Abteilung sagt der 23-Jährigen sehr zu: „Ich finde gerne einen Abschluss für meine Arbeit. Bei einer Produktentwicklung hat man eine Idee, setzt sie um, führt Tests durch und hat am Ende ein Produkt, das man präsentieren kann! Außerdem teile ich gerne mein Wissen und meine Begeisterung für das, was ich geschaffen habe. Und das kann ich in Schulungen tun!“ Genau wie ein neuer Farbanstrich einen Raum komplett verändern kann und wie befriedigend es ist, am Ende des Tages zu sehen, was man geschaffen hat, ist es hier ähnlich.

#TransFOMation - Julia im Arbeitsoutfit und zwei Jahre später in ihrem neuen Büroalltag (Fotos: Privat)

„Man ist nie allein“

„Das Tolle ist, dass unsere Module im Semester mit unserem Einsatz im Unternehmen abgestimmt werden und immer eine Parallelität herrscht und wir die Vorteile nutzen und den Theorie-Praxis-Transfer beidseitig anwenden können.“ Und da alle anderen Auszubildenden und Trainees ebenfalls dual an der FOM studieren, kann sich Julia immer austauschen: „Wir haben Lerngruppen, WhatsApp-Gruppen und man ist nie allein!“ Und wenn Julia das Handwerkliche doch mal fehlt, wird sie privat kreativ, lebt sich in Digital Art aus und zeichnet und näht. Zukünftig möchte die 22-Jährige einen Job ausüben, in dem sie viel reisen kann. Sie möchte die Arbeit mit unterschiedlichen Kulturen und Räumen verbinden, denn: „Es gibt einige spannende Techniken und Funktionen, die ich kennenlernen und ausprobieren möchte!“ 

Mehr zum Studienangebot der FOM in Wuppertal hier oder direkt bei Studienberaterin Jana-Marie Haja, die alle Fragen rund um das Studium telefonisch oder per E-Mail beantwortet: 0202 870642-12, jana-marie.haja@fom.de.

28.06.2022 | Wuppertal