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Mit „Lupo“ auf dem Weg nach oben

Profi-Musiker und FOM Student Kai Mathias: Ein Interview im Brauhaus.

350 Auftritte im Jahr, in der Hochphase des Karnevals auch schon mal mehr als ein halbes Dutzend an nur einem Tag. Die Wochenenden sind fast immer mit Auftritten belegt, mit Gigs, wie es in der Musikszene heißt. An einen geregelten 8-Stunden-Tag ist nicht zu denken. „Wir haben uns ganz bewusst für diesen Schritt entschieden, entweder ganz oder gar nicht. Volles Risiko, wir wollen nach oben, nach ganz oben.“ Kai Mathias grinst von einem Ohr zum anderen. Der gelernte Medien-Kommunikationswirt und die anderen vier Jungs von „Lupo“, die sich schon aus Schulzeiten kennen, haben ein klares Ziel vor Augen. Sie wollen sich mit ihrer Band in der Kölner  Musikszene und in der Umgebung einen großen Namen machen. Auf dem besten Weg dahin sind sie bereits.

07.11.2019 | Köln
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Kai Mathias in seinem Element: Gitarrespielen (Foto: FOM)

Ich treffe Kai Mathias im altehrwürdigen Brauhaus Päffgen, mitten im Herzen Kölns, am Friesenplatz, unweit des Belgischen Viertels, der Szene-Gegend neben Ehrenfeld, Nippes und Südstadt. Hier sitzen die Kölner auf alten Holzstühlen und an massiven Brauhaustischen beisammen, abseits der ausgetretenen Touristenpfade rund um Dom und Neumarkt. Hier gibt es das kühle Feierabend-Kölsch noch aus echten Holzfässern - und genau hier erzählt mir der 24-Jährige, wie er sich seine Musiker-Karriere als Sänger von Lupo vorstellt und er neben den vielen Auftritten, Proben, Tour-Planungen und dem Marketing und Social Media-Management für die Band noch Zeit findet für sein zweites großes Ziel: den erfolgreichen Abschluss seines Bachelor-Studiums. Denn Kai Mathias studiert im dritten Semester berufsbegleitend an der FOM Hochschule in Köln, den Studiengang "Marketing & Digitale Medien". 

„Die Flexibilität des Studiums an der FOM war für mich ausschlaggebend. Ich kann meinen Arbeitstag nicht fest planen, die Musik geht vor, wir sind ein Team von fünf Musikern, wir sind alle gleich wichtig. Jeder steckt für die Gemeinschaft zurück. Wenn einer von uns Sonderwünsche hätte, würde es nicht klappen.“ Das richtige Zeitmanagement ist ausschlaggebend. Für den Erfolg der Band und die Zufriedenheit jedes Einzelnen. Denn schließlich haben alle Fünf auch noch ein Privatleben, eine Freundin, ein Hobby. „Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer leicht. Das Studium hilft mir dabei. Das strukturierte Arbeiten, die Handhabung von Prozessen und Projekten. Ganz viel aus meinem Studium kann ich schon jetzt in der Praxis umsetzen und so das Marketing der Band und unseren Social Media-Auftritt optimieren.“ Der Köbes kommt, stellt uns ungefragt zwei neue, perfekt gezapfte Kölsch auf den Tisch, macht zwei Striche auf den Deckel und geht zum Nachbartisch. Auch dort sitzen durstige Kehlen.  

Kai weiß, dass die Zeiten, in denen eine Band „nur“ gute Musik machen musste, längst vorbei sind. „Als Musiker musst du eine Geschichte erzählen, du musst authentisch sein, du musst die Fans betreuen und ihre Wünsche erfüllen.“ Was früher die klassischen Autogrammkarten waren, sind heute kleine mit dem Smartphone gedrehte Filmchen mit persönlichen Glückwünschen, die die Fans zum Geburtstag der Liebsten oder zur Hochzeit anfragen. Customer-Relationship-Management 2019.

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Das richtige Zeitmanagement ist ausschlaggebend - für den Erfolg der Band und die Zufriedenheit jedes Einzelnen. (Foto: Lupo)

„Wir versuchen, möglichst alle Wünsche zu erfüllen, zumindest, soweit es realistisch bleibt“, grinst Kai. Für seinen vollen Terminkalender macht er einen erstaunlich entspannten Eindruck, und das, obwohl der Elfte im Elften quasi vor der Tür steht. Mitte November beginnt die neue Karnevalssession und für die Musiker in der Domstadt die absolute Hochsaison. 

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Die Kölsche Band Lupo hat mit "För die Liebe nit" den Durchbruch geschafft, jetzt tourt die Band mit 350 Auftritten durchs Jahr (Foto: Lupo)

Nicht nur in der Band, auch im Semester gibt es einen guten Zusammenhalt. „Meine Kommilitonen wissen schon, dass sie mich abends oder am Wochenende nicht fest einplanen können. Entweder ich komme später, oder auch gar nicht, so ist das halt.“ Die von der FOM im Online-Campus bereitgestellten mobilen Lehrmittel erleichtern Kai Mathias die Nachbereitung der Vorlesungen und Seminare. „Wenn ich mal eine Einheit verpasse, kann ich die entspannt am nächsten Vormittag nachholen“, erzählt der Musiker. Ab und an müssen seine Kommilitonen auch mal als Testpersonen ihre Meinung abgeben. Dann singt Kai ihnen in breitem Kölsch einen Refrain vor oder spielt ein paar Akkorde auf der Gitarre und holt sich so ein erstes Stimmungsbild ein. „Da kann man zumindest schon mal sehen, ob Text und Musik ankommen oder man völlig danebenliegt“, lacht der Student.

Pünktlich zum Beginn der neuen Karnevalssession gibt es natürlich auch drei neue Lieder von Lupo. „Loss jon“, was so viel heißt wie „Auf geht’s“, dazu eine kölsch-englische Mischung in „My Kölsch“ und der Titel „Eijne för alle“ in Kooperation mit der kölschen Band „Milljö“ sollen die Säle in der Domstadt in den kommenden Monaten rocken. Und ja, wenn es irgendwie passt, sitzt Kai auch in der Karnevalszeit tagsüber in den Seminarräumen der FOM am Kölner Rheinauhafen und lernt für sein Bachelor-Studium. Nicht selten auch mit Blick auf den Rhein und der ein oder anderen Melodie im Kopf. Denn ganz weg von der Musik kommt er eigentlich nie. (Text: Thomas Kirschmeier)