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FOM Studentin eröffnet Motopädie-Zentrum

Musikbetten, Baby-Fitness & „Snoezelen-Räume“

„Der Ehrgeiz hat mich letztes Jahr in meinem Wohnzimmer gepackt, als ich meine kleinen Fitnessvideos drehte. Nach ein paar weiteren Momenten, die ich mal als Schicksal bezeichnen würde, fasste ich den Entschluss, mich in meiner Selbstständigkeit und dem was ich liebe, zu verwirklichen – an meine eigenen Fähigkeiten und Kräfte zu glauben und mich nicht unterkriegen zu lassen, egal was oder wer komme.“ 

Sechs Monate lang arbeitete Laura Jane Matthew an ihrem Konzept. Sechs Monate Planen. Skizzieren. Realisieren – und das alles neben Studium und Arbeit. Doch es hat sich gelohnt: Sowohl ihr Plan als auch die Beantragung staatlicher Förderung wurden bewilligt! Der Name ihres neuen Unternehmens: „MoMo – Zentrum für Bewegungs- & Entwicklungsförderung“.

21.03.2019 | Neuss

„MoMo“ wie Mobile Motopädie

Laura Jane Matthew hatte immer den Traum, mit Kindern zu arbeiten, gründet nun ihr eigenes Motopädie-Zentrum. Die Motopädie ist eine Methode zur Behandlung „psychomotorischer“ Auffälligkeiten bei Kindern, die Matthew unter anderem bei ihrer Tätigkeit als Kinderkrankenpflegerin kennenlernte. Also Auffälligkeiten wie häufiges Stolpern, Balance- oder Konzentrationsschwierigkeiten, Scheue vor Körperkontakt oder ADHS.

Die 28-Jährige studiert im 4. Semester Gesundheitspsychologie & Medizinpädagogik an der FOM in Neuss, konnte durch das Studium ihre Zukunftsvision abrunden: „Jetzt weiß ich – unter anderem durch die Studieninhalte – was ich genau machen und anbieten möchte“, so die Gründerin. „An der Motopädie begeistert mich einfach, dass Körper, Geist und Seele des Kindes gleichzeitig betrachtet werden. Man baut eine Beziehung zu den Kindern auf, sie fühlen sich frei in Bewegung und in der Wahrnehmung.“ Matthew wird auch mobil in Kindergärten und Schulen unterwegs sein.

Das Zentrum

Da die psychomotorische und psychosomatische Förderung noch relativ unbekannt sei, wollte die Studentin nicht nur eine Praxis für Motopädie eröffnen, sondern ein Zentrum, das verschiedene Bereiche gleichzeitig abdeckt: „Ich werde beispielsweise auch Fitnesskurse für Muttis und ihre Babys anbieten (fitdankbaby®).“ Die Räumlichkeiten sind ihr dafür schon sicher – ein Neubau direkt in ihrer Wahlheimat Neuss bietet genug Raum, um ihre detaillierten Vorstellungen umsetzen zu können. Es wird unter anderem einen Snoezelen-Bereich geben. Also eine angenehme, warme Ecke, in der umgeben von leisen Klängen und Melodien, Lichteffekte betrachtet werden. Das Snoezelen soll Wohlbefinden erzeugen und durch Elemente wie Wassersäulen und beispielsweise ein Vibrations- bzw. Musikbett Entspannung herbeiführen.

Wichtig: Termine notieren

Seit sechs Jahren ist Laura Jane schon als Kinderkrankenpflegerin in der Therapieklinik in Meerbusch tätig – war letztes Jahr sogar als Stationsleitung angestellt: „Das war eine wirkliche Herausforderung neben dem Studium – aber es hat funktioniert!“ Sie war in den vergangenen Jahren außerdem als Dozentin für viele Kinder- und Neugeborenen-Notfallkurse unterwegs. „Ich hab trotzdem immer noch Zeit, um zu entspannen und herunter zu kommen“ – beispielsweise wenn sie ihre kreativen Hobbys ausübt. Neben dem Zeichnen, Nähen und dem Sport bleibt ihr immer noch genug Zeit für Freunde und Familie: „Zeitmanagement ist dabei sehr wichtig. Ich plane alle meine Termine und nutze sie selbst als ´Quality-Time´!“

Macht es Sinn mich während des Studiums selbstständig zu machen?

Gleichzeitig Unternehmer und Student sein – klingt erstmal kompliziert. Doch kennt man die rechtlichen Definitionen und Grenzen und weiß, wie man es macht – kann es sehr gut funktionieren. Aus diesem Grund stand der 28-Jährigen auch für das Bürokratische eine Unternehmensberaterin zur Seite. „Die FOM Geschäftsleitung vom Standort Neuss war ebenfalls eine große Unterstützung für mich. Von ihr hab ich viele Tipps erhalten, sie hat mir Mut zugesprochen und mich gestärkt. Die FOM ist eine Stelle, bei der man seine Pläne sehr gut durchsprechen kann.“

Schon am 30. April soll das Zentrum eröffnen. „Durch den akademischen Abschluss möchte ich in Zukunft selber Studien erarbeiten, wissenschaftlich immer auf dem neuesten Stand sein“, so Matthew. Auch ihre Hausarbeiten wird sie praktischer angehen, indem sie empirisch forscht und beispielsweise Eltern zu gewissen Themen befragt. 2021 wird sie ihr Studium voraussichtlich abschließen.

Ihr Tipp:

„Auch, wenn es klingt wie eine Floskel: Nie das Ziel aus den Augen verlieren! Wer sich ein Ziel setzt, muss manchmal auch Umwege gehen – das sollte einfach in die Pläne miteinkalkuliert werden.“ Diese Mentalität hat sie von ihrem aus der Karibik stammenden Vater. Ihre britische Mutter hat ihr die ruhige Seele in die Wiege gelegt.

FOM Studentin Laura Jane Matthew eröffnet ihr eigenes Zentrum für Bewegungs- & Entwicklungsförderung (Foto: Privat)

Der Name „MoMo“

Momo ist der Name eines Romans. Das Buch handelt von einem Kind Namens Momo, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbringt. „Da ich ähnliche Features, sowohl äußerlich als auch charakteristisch, wie die kleine MoMo von Michael Ende habe, empfand ich es für den Kinderbereich mit Schildkröte als Maskottchen und das individuelle Logo als Marketingstrategie perfekt.“

Die Gründerin arbeitete sechs Jahre als Kinderkrankenpflegerin, studiert heute Gesundheitspsychologie & Medizinpädagogik (Foto: Privat)