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19.09.2018 | Hannover

Wertschätzende Mitarbeiterführung

„Es braucht die Fähigkeit zur Selbstreflexion und den Willen zur Veränderung“

Referentin Barbara Baratie sprach über Führungsfragen (Foto: FOM / J. Woltersmann)
Referentin Barbara Baratie sprach über Führungsfragen (Foto: FOM / J. Woltersmann)

Führungskräfte können durch Lob, Anerkennung und eine vorausschauende Führung zur Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter beitragen. Wie wertschätzende Mitarbeiterführung funktionieren kann, erlebten rund 80 Interessierte Mitte September bei einer Veranstaltung der FOM Hochschule in Hannover.

Drei Stunden zog Barbara Baratie, Unternehmensberaterin, Managementcoach und FOM Dozentin, das Publikum in den Bann. Kleinere Übungen mit den Teilnehmern lockerten die Veranstaltung auf und zeigten, wie gute Führung funktioniert. „Ich verspreche Ihnen, dass Sie nach dieser Veranstaltung schon morgen erste Dinge verändern können“, ermutigte Baratie zu Beginn des Abends ihr Publikum. Der lange Applaus am Schluss, zeigte: Die Botschaft ist angekommen.

"Seinen Führungsstil zu verändern, ist nicht einfach. Es braucht die Fähigkeit zur Selbstreflexion und den Willen zur Veränderung", so Baratie (Foto: FOM / J. Woltersmann)

Frau Baratie, wie lange werden die guten Vorsätze der Teilnehmer vorhalten?
Ich hoffe, lange. Seinen Führungsstil zu verändern, ist nicht einfach. Es braucht die Fähigkeit zur Selbstreflexion und den Willen zur Veränderung. Und da hapert es: 90 Prozent der Führungskräfte halten sich für gut. Dabei sagen Mitarbeiter, dass die Hälfte ihrer Vorgesetzten für ein demotivierendes Klima sorgt. Aber die 80 Teilnehmer, die am Montag dabei waren, sehen die Bedeutung des Themas. Das ist die gute Nachricht!

Das Grundproblem ist doch, dass die Führungsfrage als Machtfrage begriffen wird.
Das ist genau meine Botschaft. Führung unterliegt einem tiefgreifenden Wandel: Es geht im 21. Jahrhundert nicht mehr um Kontrolle, um Befehl und Gehorsam. Es geht darum, die eigenen Mitarbeiter zu befähigen, bestimmte Ziele zu erreichen – Ziele, die der Mitarbeiter als eigene Ziele versteht. Die Führungskraft ist die Person, die ihn unterstützt, die vereinbarten Ziele zu erreichen und zwar auf der Basis des Vertrauens.

Sie haben das „Führung mit Herz und Verstand“ genannt…
Ja, wir brauchen eine empathische Führung, die fordert und zugleich Freiräume lässt und auf dem Vertrauen in die Fähigkeiten des anderen basiert. Keine Kumpeltour, kein Anbiedern, aber auch keine Chefallüren. Und wir brauchen die Fähigkeit, klare Ziele zu setzen. Ziele –oder nennen Sie es Visionen – müssen klar umrissen sein: herausfordernd und motivierend. Viel zu häufig verlieren sich Unternehmen in einem Wust von Zielen: Da stehen fünf strategische Ziele neben fünf Must-win-battles und zwei Prioritätsbereichen, die dann um vier Werte ergänzt werden. Das ist keine Basis für Führung, das ist schieres Durcheinander.