08.10.2018 | Essen

Auf dem Weg ins Top-Management

„Weniger Kontrolle, mehr Leadership“

Dr. Marc Schmidt
Dr. Marc Schmidt kennt sich bestens mit den Anforderungen des Top-Managements aus. (Foto: FOM)

Was ist gute Corporate Governance? Mit dieser Frage befasste sich Prof. Dr. Peter Ruhwedel auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte e.V. (FidAR) und der FOM Hochschule in Essen. Im Anschluss an seinen Impulsvortrag erhielten die Gäste neue Anregungen und Best-Practise-Beispiele in verschiedenen Workshops.

In das Thema „Auf dem Weg ins Top-Management“ führte FOM Rektor Prof. Dr. Burghard Hermeier mit einer Begrüßung ein. Prof. Dr. Anja Seng berichtete als Regionalvorstand FidAR West über aktuelle Entwicklungen. Anschließend erläuterte Prof. Dr. Peter Ruhwedel, Leiter des KCU KompetenzCentrums für Unternehmensführung und Corporate Governance der FOM, wodurch sich wirksame Aufsichtsgremien, die u.a. für die Einhaltung der Grundsätze der Unternehmensführung zuständig sind, auszeichnen. Er betonte, die Unabhängigkeit der Gremienmitglieder müsse stets im Vordergrund stehen, und wies darauf hin, dass die Anforderungen und der Legitimationsdruck von Aufsichtsräten kontinuierlich zunähmen, sei es beim Thema „soziale Verantwortung“, bei der Frage nach Vorstandsgehältern oder im Bereich der Digitalisierung. „In unserem Aufsichtsrats-Score haben wir auch in diesem Jahr festgestellt, dass der Rollenwandel in den Gremien anhält. Heute lautet das Credo: weniger Kontrolle, mehr Leadership und Strategie“, so der Experte.

Über die Vergütungspraxis in Aufsichtsgremien informierte Pia Pleines-Müller, Managerin bei PricewaterhouseCoopers (PwC). Sie beschrieb die Entwicklung der Gesamtvergütung und zeigte auf, wie Unternehmen eine nachhaltige Aufsichtsratsarbeit erreichen wollen: durch mehrjährige variable Vergütungsmodelle. Unter dem Stichwort „The Happy Few“ diskutierte Dr. Marc Schmidt, Personalberater und Partner bei Capitalent, mit seinen Workshop-Teilnehmenden über die Geheimnisse der Spitzenführungskräfte und gab auch konkrete Empfehlungen für eine erfolgreiche Karriere im Top-Management: „En Gros gilt es, sich nicht von Aufgaben ablenken zu lassen, die einen dem Ziel nicht näher bringen. Fokus und Entschlossenheit sowie die bestmöglichen Mentoren sind wichtige Schlüssel einer überdurchschnittlichen Karriere.“

Gegen die Wand oder durch die Decke – Prof. Dr. Hannah Möltner differenzierte das Können, Wollen und Dürfen weiblicher Führungskräfte. „Dass Frauen führen können, dürfte heute unbestritten sein. Wir sehen aber auch, dass mit jeder Sprosse auf der Karriereleiter der Frauenanteil geringer wird“, so die FOM Professorin. Studien zeigten, dass Männer und Frauen mit den gleichen Karriereambitionen ins Berufsleben starteten, dass Frauen einige Jahre später dann den Männern in puncto Karriere hinterher hinkten, habe auch etwas mit dem „Dürfen“ zu tun, also mit den Rahmenbedingungen von Unternehmen.

Birgit Misch, Director HR bei Douglas, betonte: „Karrieren verlaufen nicht immer nach Plan. Jede Veränderung, ob absehbar oder nicht, birgt neue Chancen, als Autor der eigene Zukunft zu agieren.“ Ihr Tipp an berufstätige führungsinteressierte Frauen: „Bleiben Sie sich selbst treu und eruieren Sie, ob es einen Mentor gibt, der Sie auf Ihrem Weg begleiten kann.“ Nach den Workshop nutzten die Teilnehmenden der Veranstaltung die Möglichkeit, zu netzwerken und persönliche Erfahrungen auszutauschen.