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11.10.2018 | Berlin und München

Prof. Dr. Thomas Breisach beim Forum Verbraucherschutz

Verhalten manipulieren – sinnvoll oder nicht?

Der Münchner FOM Dozent Prof. Dr. Thomas Breisach
Der Münchner FOM Dozent Prof. Dr. Thomas Breisach beim Forum Verbraucherschutz in Berlin (Quelle: Verlag Der Tagesspiegel)

Zahlreiche Instrumente in Politik und Wirtschaft sorgen dafür, dass Menschen sich wie gewünscht verhalten. Neben klassischen Verboten, PR und Werbung setzen einige Institutionen inzwischen auf „Nudging“, also auf Manipulation zu bestimmtem Verhalten. Bei dem vom Berliner „Tagespiegel“ veranstalteten Fachforum Verbraucherschutz diskutierten Politiker, Wissenschaftler sowie Vertreter von Bundesministerien und Unternehmen, wie viel Manipulation eine Gesellschaft zulassen soll und ob die Menschen überhaupt noch merken, wer sie beeinflusst.

Der international renommierte Psychologe und Direktor des Harding-Zentrum für Risikokompetenz, Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, ging zu Beginn der Veranstaltung kritisch auf den „Nudging“-Begriff ein und betonte, dass dieser keine neuen Erkenntnisse liefere. Viel wichtiger sei es, so der Experte, die Risikokompetenz der Verbraucher zu erhöhen, um ihnen auf diese Weise bei Entscheidungen zu helfen.

Prof. Dr. Thomas Breisach, Professor für Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM in München, betonte in seinem Impulsreferat, nachhaltige gesundheitspolitische Erfolge könnten durch nur eine undogmatische Herangehensweise erreicht werden. „Nudging“ könne zwar eine der operativen Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Ernährung sein, „erfolgversprechende strategische Ansätze sind aber eher die Reduktion von schädlichen Inhaltsstoffen etwa in industriell gefertigten Lebensmitteln“, so der Professor.

Weitere Referenten bzw. Teilnehmer der daran anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Wie können wir Wirtschaft und Verbraucher erreichen“ waren unter anderem Sarah Ryglewski, MdB, Sprecherin Verbraucherpolitik (SPD), Tabea Rößner, MdB, Sprecherin für Verbraucherschutz (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Hubertus Primus, Vorstand Stiftung Warentest.