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15.10.2018 | Bremen

Drei Fragen an Absolventin Ann-Kathrin Hesse

„Eine Hochschule, an der ich gern studiert habe!“

Ann-Kathrin Hesse hat ihr Master-Studium an der FOM erfolgreich gemeistert (Foto: Privat)
Ann-Kathrin Hesse hat ihr Master-Studium an der FOM erfolgreich gemeistert (Foto: Privat)

Ann-Kathrin Hesse ist eine bemerkenswerte junge Frau. Im Sommer dieses Jahres hat die 26-Jährige ihr berufsbegleitendes Master-Studium in Wirtschaftspsychologie an der FOM in Bremen erfolgreich abgeschlossen. So weit, so gut – doch der Umstand, dass Ann-Kathrin Hesse blind ist, macht diese Leistung besonders! In unseren „Drei Fragen an…“ beantwortet sie u.a., wie sie die Studienzeit an der FOM erlebt hat.

Herzlichen Glückwünsch zum erfolgreichen Studienabschluss. Wie haben Sie diese Herausforderung gemeistert?
Berufsbegleitend zu studieren ist nicht leicht. Die Arbeit – in meinem Fall eine Vollzeittätigkeit – und das Studium mussten koordiniert werden. Durch die Unterstützung meiner Arbeitskollegen, Freunde und Familie war es mir möglich, diese Herausforderung anzugehen. Um einen Ausgleich zwischen Studium und Beruf zu schaffen, sollte mein Privatleben natürlich auch nicht zu kurz kommen. Für mich war deshalb immer wichtig, neben der durchgetakteten Woche auch schöne Dinge zu erleben, wie Sport treiben oder Freunde treffen. Viele entspannen nach einer stressigen Woche auf der Couch, ich gehe laufen oder wandern.

Was hat Ihnen an der FOM besonders gut gefallen?
Die FOM hat sich sehr offen auf meine Situation eingelassen. Sowohl die Studienberatung als auch meine direkten Dozenten waren hilfsbereit und haben flexibel reagiert, bzw. sich eingesetzt. Über organisatorische Fragen und meine Unterstützungsersuche haben wir immer offen miteinander gesprochen, z.B. wenn es um die Digitalisierung von Unterrichtsmaterialien ging.

Meine Behinderung führt oft dazu, dass Menschen glauben, dass sie mich vorsichtiger behandeln müssen. Die Dozenten haben zwischen mir und den Anderen keinen Unterschied gemacht und das empfand ich als sehr angenehm. Ich möchte über meine Leistung bewertet werden und nicht, weil die Menschen Mitleid mit mir haben. Mein Abschlusszeugnis halte ich in den Händen, weil ich die nötige Leistung erbracht habe und das zählt.

Welche Erkenntnis nehmen Sie aus Ihrer Studienerfahrung mit?
Ein berufsbegleitendes Studium bedeutet ein großes Stück Arbeit. Durch die richtige Unterstützung war es mir möglich, mein Studium so zu bewältigen wie ich es gemacht habe.

Eine generelle Erkenntnis ist, dass jeder Mensch Ziele verfolgen sollte, auch wenn der Aufwand, um es zu erreichen, je nach persönlichen Voraussetzungen unterschiedlich sein wird. Das habe ich z.B. bei meinen Mitstudenten und mir gemerkt, da ich bei Graphiken mit Hilfe einer Assistenz mehr Zeit aufwenden musste, um die Inhalte zugänglich zu machen als meine Kommilitonen, die einfach auf die Grafik schauten. Für mich ist klar: Ich habe diesen Aufwand sehr gerne betrieben und bin nun stolz es geschafft zu haben. Alles in allem ist die FOM eine Hochschule, an der ich gern studiert habe!