25.10.2018 | Hamburg

6. FOM Frauen-Forum in Hamburg

Stark in Zeiten des Wandels

Selbstvertrauen, Mut zum Umdenken und Stressresistenz: Diese Eigenschaften zählen in Zeiten der Veränderung zu den wichtigsten Stärken von Führungskräften. Wie diese Eigenschaften sich entwickeln und trainieren lassen, erlebten die 140 Teilnehmerinnen des 6. Hamburger FOM Frauen-Forums. Und dazu eine Rednerin, die mitreißend über die größte Veränderung in ihrem eigenen Leben sprach: ihre Erblindung.

Dörte Maack war Straßenkünstlerin und Akrobatin am Trapez, liebte die Abwechslung und den ständigen Wandel in ihrem Leben – bis sie vor zwanzig Jahren erblindete. Wie sie damit leben und was aus ihr werden sollte, konnte sie sich anfangs nicht vorstellen. Heute ist die 50-Jährige erfolgreiche Moderatorin, Rednerin und Führungskräftecoach. In ihrem Impulsvortrag auf dem Frauen-Forum erzählte Dörte Maack ihre Geschichte – und fesselte die Zuhörerinnen auch mit ihrem Humor.


Immer wieder schlug sie dabei die Brücke zu Phasen von Veränderungsprozessen im Berufsleben: „Widerstand von Mitarbeitern gegen Change ist normal, und häufig kommt er gerade von den Engagierten.“ Vor allem aber appellierte Dörte Maack an die Teilnehmerinnen, an ihre Träume zu glauben und in schwierigen Situationen offen für Unterstützung zu sein: „Suchen Sie sich die besten Helfer, die Sie finden können!“

Nach diesem inspirierenden Auftakt probierten die Besucherinnen des Frauen-Forums, das erneut in Kooperation mit dem Frauennetzwerk Nord der Deutschen Telekom stattfand, in praxisorientierten Workshops aus, wie sie ihre Kraft und Problemlösungskompetenz schulen können: Bei Dörte Maack ließen sich Teilnehmerinnen auf das Experiment ein, mit Augenbinde auf ihr wichtigstes Sinnesorgan zu verzichten und dabei Aufgaben zu lösen, die genaues Zuhören und präzise Sprache erfordern.

Stolperstein-Trainerin Sandra Brauer zeigte auf, wie es gelingt, mit Achtsamkeit – etwa Mini-Reflektionseinheiten und Fokussierungsübungen mit Musik und Zitaten – in bewegten Zeiten gelegentlich die Handbremse zu ziehen, um anschließend wieder das Steuer in die Hand zu nehmen.

Dass die Konzentration auf positive Emotionen gegen Stressfaktoren helfen kann, erlebten die Teilnehmerinnen im Resilienz-Workshop von Dr. Stephanie Kurzenhäuser-Carstens, FOM Professorin für Gesundheitspsychologie und Methoden.

Um kreative Problemlösung und Innovationsentwicklung ging es bei Beate Kahl und Thorsten Kurze (beide T-Systems International), die die Methode des „Design Thinking“ vorstellten und zum Ausprobieren einluden. Prof. Ralf Keim, Gesamtstudienleiter des FOM Hochschulzentrums, thematisierte in seinen Workshop, wie sich Führung in Transformationsphasen verändert.

Lebhafte Diskussionen und viele Nachfragen an diesem Abend zeigten, dass das Forums-Thema 2018 einen besonderen Nerv getroffen hat. Etwa 90 Frauen tauschten sich noch nach Programm-Ende in der Netzwerk-Lounge aus – bei einem Imbiss und Erfrischungen. Dr. Sabine Quirrenbach, FOM Gesamt-Geschäftsleiterin in Hamburg, zeigte sich mehr als zufrieden: „Die Stimmung war sehr gut, ich denke, das war das beste Frauen-Forum, das wir bisher hatten.“