20.11.2018 | München

FOM Studentin gibt ihr Wissen auf der „Medica“ weiter

Telemedizin als Chance im Gesundheitswesen

Die Münchner FOM Studentin Nicole Weißhaupt
Die Münchner FOM Studentin Nicole Weißhaupt hielt auf der Düsseldorfer Medizin-Messe Medica einen Vortrag über innovative Versorgungskonzepte (Fotos: privat)

Robotik, KI und Big Data: Digitalisierung spielt im Gesundheitswesen eine zunehmend größere Rolle. Auf der Medizin-Leitmesse „Medica 2018“ haben sich 130.000 Fachbesucher über den Einsatz von digitaler Technik etwa bei der Diagnose von Erkrankungen und der Behandlung von Patienten informiert. Die Münchner FOM Studentin Nicole Weißhaupt war mit ihrem Dozenten Moritz Behm ebenfalls dort, um über ein Thema zu berichten, das sie in einer Seminararbeit behandelt hatte: das bayerische Klinik-Projekt TEMPiS.

Unter dem Titel „Digitalisierung als Chance für innovative Versorgungskonzepte“ beschrieb Nicole Weißhaupt, die aktuell ihre Bachelor-Thesis zum Thema „Psychische Gefährdungsbeurteilung“ im Studiengang Gesundheits- und Sozialmanagement schreibt, was sich hinter dem Telemedizinischen Projekt zur integrierten Schlaganfallversorgung in Süd- Ost- Bayern, kurz TEMPiS, verbirgt. Im Verbund mit aktuell 21 Krankenhäusern behandeln Ärzte des Klinikums München-Harlaching und Regensburg telemedizinisch Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben. Per Videokonferenz werden sie dem behandelnden Arzt vor Ort zugeschaltet, um gemeinsam eine Diagnose zu stellen und die weitere Behandlung abzustimmen.

FOM Dozent Moritz Behm und Studentin Nicole Weißhaupt
FOM Dozent Moritz Behm ermutigte seine Studentin Nicole Weißhaupt zum Vortrag auf der Medica.

„Bei Schlaganfällen durch Minderversorgung gibt es ein Zeitfenster von 4,5 Stunden, in denen eine Erstversorgung erfolgen muss, um bleibende Schäden reduzieren zu können“, so die Münchner FOM Studentin, die selbst als Ergotherapeutin in der beruflichen Wiedereingliederung arbeitet und über umfangreiche Erfahrung mit Schlaganfallpatienten verfügt. „Das Projekt TEMPiS ist nachgewiesenermaßen ein Weg, mit dem die Qualität der Behandlung verbessert und Kosten reduziert werden können. 2005 wurde es in die Regelversorgung der Krankenkassen in Bayern aufgenommen“, so Weißhaupt weiter.

Ihr Dozent Moritz Behm lehrt an der FOM in München u.a. das Modul „Innovative Versorgungskonzepte“ und ist Experte für telemedizinische Behandlungsmethoden. „Für mich ist es wichtig, dass meine Studierenden sowohl wissenschaftlich als auch praktisch Erfahrungen sammeln und sich untereinander, aber auch mit Experten austauschen können. Eine Messe wie die Medica eignet sich dafür hervorragend“, so Behm.

Für Nicole Weißhaupt war es eine besondere Erfahrung, einen Vortrag vor Fachpublikum zu halten. „In meiner beruflichen Laufbahn habe ich viele Patienten erlebt, die nicht schnell genug behandelt werden konnten und nun mit zum Teil schwerwiegenden Behinderungen ihr Leben weiterleben müssen. Wenn digitale Konzepte dabei helfen, dies zu verhindern, ist es mir ein Anliegen, mein Wissen darüber weiterzugeben.“

Mit ihrem berufsbegleitenden Studium an der FOM hat sich die 30-Jährige übrigens einen persönlichen Wunsch erfüllt. „Meinen Job aufzugeben, um in Vollzeit zu studieren, war nicht möglich. Das berufsbegleitende Studium ist zwar eine Herausforderung, die viel Selbstdisziplin verlangt, aber ich habe meine Entscheidung für das Studium nicht eine Minute bereut. Mit meinem Abschluss werde ich meinen eigenen Handlungsspielraum erweitern.“