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  • Mit chaotischer Lagerhaltung zu logistischer Meisterleistung
30.05.2018 | München

FOM Studierende lernen von Amazon

Mit chaotischer Lagerhaltung zu logistischer Meisterleistung

Lieferungen innerhalb von einer Stunde oder in einem planbaren zwei-Stunden-Fenster – das verspricht „Amazon Prime Now“ seit 2016 den Kunden in München. Welche Logistik dahinter steckt und warum die Heimspiele des FC Bayern das Versandzentrum in der Münchner Innenstadt vor große Herausforderungen stellen, erfuhren FOM Studierende bei einer Studienexkursion zum Onlineversandriesen.

Samstagabend in München: Ein Student bestellt bei Amazon Prime Now Haushaltswaren. Laut Amazon dauert die Zustellung nur eine Stunde – die Zeit läuft.

Eva Tischer in Aktion (Foto: Amazon)

Im Versandzentrum arbeiten zwischen 70 und 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Es ist viel Teamwork notwendig, damit alle reibungslos läuft und die Bestellungen pünktlich sind“, erklärt Operations Managerin Eva Tischer. Gemeinsam mit ihrem Dozent Prof. Dr. –Ing. Joachim Berlak tauchten die FOM Studierenden im Rahmen ihres Moduls „Beschaffungs- und Distributionsnetzwerke“ in die Welt der Handelslogistik ein. „Sogar Bier, Brot und Medikamente werden geliefert. Dazu arbeiten wir mit lokalen Anbietern wie Apotheken und Biomärkten zusammen.“

Wenig später im Versandzentrum: Ein Mitarbeiter empfängt die Bestellung auf seinem Barcode-Scanner und macht sich auf den Weg durch die Regalreihen. „Jeder Regalplatz hat eine Nummer, so finden wir unter den mehreren Tausenden Artikeln den richtigen.“

Wichtiges Prinzip im Münchner Versandzentrum ist die chaotische Lagerhaltung: Produkte werden eingelagert, wo gerade Platz im Regal ist. „Chaotische Lagerhaltung at it’s best!“, zeigte sich eine Studentin beeindruckt. „So kann die Lagerfläche effizienter genutzt werden und Mitarbeiter brauchen keine Kenntnisse über feste Lagerplätze, weil der Weg zum Produkt digital vorgegeben wird.“

Acht Minuten später liegt das Paket beim Fahrer. Der schwingt sich aufs Cargo-E-Bike. „Heute spielen die Bayern, da sind alle Straßen voll.“

Zu Gast bei Amazon (Foto: FOM)

„Gerade wenn zwei Faktoren zusammenkommen, stehen wir vor einer logistischen Herausforderung“, weiß Amazon-Manager Andreas Penzel. „Vor einem Heimspiel des FC Bayern steigt die Zahl der Bestellungen an, gleichzeitig ist die Verkehrssituation angespannt. Da kommt unser Team schon mal ins Schwitzen.“ Zu den Top-Sellern zählen in München unter anderem Weizenbier, Bananen, Toilettenpapier und Avocados.