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28.03.2018 | Bremen

#FOMSerie

Studium, Job und Privatleben - Ein gutes Zeitmanagement ist entscheidend

Zu den Talenten von Tanja Kochan zählt ein exzellentes Zeitmanagement. Denn parallel zu ihrem Beruf als Steuerfachangestellte, studiert sie an der FOM Hochschule in Bremen im Master-Studiengang „Taxation“. Ob ein Alltag, der wie in diesem Fall aus allen Nähten platzt, überhaupt noch Raum für eine aktive Freizeitgestaltung gewährt?

Tanja Kochan mit ihrer Hannoveraner Stute Jazzgirl (Foto: FOM / M. Waalkes)
Tanja Kochan mit ihrer Hannoveraner Stute Jazzgirl (Foto: FOM / M. Waalkes)

Stau. Alles wie immer. Es ist abends und Tanja Kochan sitzt in ihrem Auto. Sie kommt gerade von der Arbeit. Nach Hause geht es allerdings noch nicht. „Klar, mein Job und das Studium fordern mich enorm. Aber ich habe mich ganz bewusst für diesen Weg entschieden“, sagt sie und fügt nach wenigen Metern im Schneckentempo hinterher: „Timing ist das Zauberwort.“

Alltag im Stall: Behutsam fährt Tanja Kochan mit der Bürste durch die gepflegte, pechschwarze Mähne von Jazzgirl. Die zwölf Jahre alte Hannoveraner Stute neigt ihre Ohren nach vorne – ein Zeichen von Vertrauen und Wohlbefinden. Auch für die 28-Jährige ist der Hof Tietjen im äußersten Nord-Osten von Bremen ein Rückzugsort. Trotz der insgesamt über 30 Kilometer Strecke macht sie sich fast täglich auf den Weg hierher. Nicht nur ihre Stute, sondern auch der junge Hengst Vesupi ist hier untergebracht. Vor zehn Monaten brachte Jazzgirl das Fohlen zur Welt. Hinter Tanja Kochan und ihren zwei Pferden liegt eine aufreibende und intensive Zeit.

Tanja Kochan und der zehn Monate alte Vesupi (Foto: FOM / M. Waalkes)
Tanja Kochan und der zehn Monate alte Vesupi (Foto: FOM / M. Waalkes)

In seiner Box erfährt der junge Vesupi liebevoll aber bestimmt, was es heißt vernünftig geputzt zu werden. In routinierten Bewegungen streift die Bürste das noch weiche Fell. Seit ihrem sechsten Lebensjahr nehmen Pferde eine zentrale Rolle im Leben von Tanja Kochan ein. Als sie elf Jahre alt war, bekam sie ihr erstes Pony. Über 15 Jahre später hat sich wenig verändert – bis auf die Verantwortung im Beruf und im Studium. Für sie stellt der volle Zeitplan allerdings kein Hindernis dar. Im Gegenteil: Sobald sie auf dem Rücken ihrer Stute Platz nimmt, ist der Alltag vergessen. Für diese Entspannung nimmt sie auch stressige Tage in Kauf.

Zurück auf der Autobahn: „Nach der Geburt waren beide Pferde gesundheitlich immer wieder angeschlagen. Das Ganze hat aber nicht nur viel Geld gekostet, sondern extrem viel Kraft und Zeit“, sagt sie und sieht durch die Frontscheibe die Autobahnausfahrt näher kommen. Insbesondere als an der FOM Hochschule die Prüfungsphase startete, war es ein organisatorischer Spagat ausreichend für ihre Pferde zu sorgen. Mit dem Bezahlen der Stallgebühr sei sichergestellt, dass die Pferde gefüttert und gesäubert werden sowie genügend Auslauf bekommen. „Aber die emotionale Verbindung ist sehr stark. Und wenn ich mich nicht persönlich davon überzeugen kann, dass es ihnen gut geht, fühlt es sich nicht richtig an“, sagt sie und drückt endlich auf das Gaspedal.

„Tatsächlich weiß ich gar nicht, wann ich das letzte Mal auf einem Pferd saß. In den vergangenen Monaten stand ich eigentlich immer nur daneben“, sagt sie und muss selbst lachen. Es ist ihre unnachahmliche Gelassenheit, die ihr es ermöglicht ihre Kräfte zu bündeln. Am Ende der Landstraße macht der Asphalt einen Knick nach links: der Hof. Es ist Freitagabend. In weniger als zwölf Stunden sitzt Tanja Kochan wieder an der Linzer Straße und büffelt Ertragssteuerrecht. Vorher möchte sie aber noch einmal kurz nach dem Rechten sehen.