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20.03.2018 | Duisburg und Essen

Aufsichtsrats-Score für 2017

Aufsichtsratstätigkeit von Commerzbank, Stada und Leoni am besten bewertet

Prof. Dr. Peter Ruhwedel (Foto: FOM)

In der Wertung des Aufsichtsrats-Score (AR-Score) für 2017 erreichte die Commerzbank mit 81,1% den höchsten Punktwert, gefolgt von Stada (80,7%), Leoni (80,0%), Osram (79,2%) und der Aareal Bank (77,5%). Der hohe Anteil von MDAX-Gesellschaften in den Top Five verdeutlicht, dass eine vorbildliche Aufsichtsratsarbeit keine Frage der Indexzugehörigkeit oder Unternehmensgröße ist. Dennoch erfüllte eine große Anzahl an MDAX-Aufsichtsräten die Anforderungen an eine vorbildliche Gremienarbeit auch 2017 nur unzureichend. 

Auch die Unterschiede zwischen den durchschnittlichen Aufsichtsratsvergütungen in den DAX- und MDAX-Gesellschaften nimmt zu, so stieg der die Vergütung bei DAX Konzernen um 10% auf durchschnittlich 172.000 EUR, bei im MDAX notierten Unternehmen um 5% auf 108.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied. Dabei bestehen zwischen den Unternehmen teilweise erhebliche Unterschiede, so zahlte Axel Springer 333.000 EUR während die  Deutsche Euroshop „nur“ 34.708 EUR zahlte.

Unter Berücksichtigung der Arbeitsintensität der Gremien bestehen ebenfalls erhebliche Unterschiede in der Aufsichtsratsvergütung. Trotz einer vergleichbar hohen Durchschnittsvergütung von ca. 250.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied kommen Deutsche Bank-Aufsichtsratsmitglieder aufgrund der hohen Sitzungszahl von Plenum und Ausschüssen auf ca. 2.700 EUR pro Sitzung, ein BASF-Aufsichtsrat erhält dagegen pro Sitzung im Durchschnitt über 16.000 EUR. Die geringste Vergütung pro Sitzung zahlt Fraport mit durchschnittlich 1.700 EUR.

Die Einführung der Frauenquote für Aufsichtsräte hat zur politisch intendierten Erhöhung des Frauenanteils auf 30% (DAX) bzw. 28% (MDAX) geführt. „Bisher gibt es jedoch erst zwei weibliche Aufsichtsratsvorsitzende, Simone Bagel-Trah von Henkel und Marija Korsch von der Aareal Bank. Die gleichberechtigte Teilhabe wird noch einen längeren Transformationsprozess erfordern“, so Professor Dr. Peter Ruhwedel, der für die jährliche Studie verantwortlich ist.

Prof. Ruhwedel ist wissenschaftlicher Leiter des KCU KompetenzCentrum für Unternehmensführung & Corporate Governance der FOM Hochschule, geschäftsführender Gesellschafter des diep – Deutsches Institut für Effizienzprüfung und Mitglied im Vorstand der Financial Experts Association e. V. (FEA). Prof. Dr. Ruhwedel lehrt strategisches Management und Organisation am FOM Hochschulzentrum Duisburg.

2017 ist bereits die siebte Auflage der „Aufsichtsrats-Score“-Studie. Der Aufsichtsrats-Score hat sich seit 2011 als anerkanntes Verfahren zur Analyse der Aufsichtsräte in den DAX- und MDAX-Gesellschaften etabliert. Mit der für das vergangene Jahr erstmals erfolgten Überarbeitung der Untersuchungsmethodik wurden regulatorische Veränderungen aufgenommen und der Best-Practice-Ansatz der Studie weiterentwickelt. Der AR-Score analysiert die Aufsichtsräte in den Dimensionen Arbeitsweise, Transparenz und Zusammensetzung.

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