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24.07.2018 | München

Lernen, wie es in der Praxis funktioniert

Studierende informieren sich über die Arbeit der Suchtberatung

Tabuthema Sucht: Laut der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sind mehr als 3,5 Millionen Menschen in Deutschland arzneimittel- oder alkoholabhängig. Trotzdem spricht kaum jemand offen darüber. Studierende des Bachelor-Studiengangs „Gesundheitspsychologie und Pflege“ von der FOM in München gingen das Thema im Modul „Psychologie des Beratens und Begleitens“ an und besichtigten gemeinsam mit ihrer Dozentin Prof. Dr. Barbara Krautz die Suchtambulanz der Caritas in Grafing.

Von der Diagnose bis hin zur Rückfallprophylaxe – die Caritas-Suchtberatung betreut bis zu 800 Klienten im Jahr. Leiterin Gabriele Althammer-Radan führte die FOM Studierenden durch die Einrichtung. „Unser Angebot umfasst neben der Beratung und Behandlung von Suchterkrankungen oder -gefährdungen auch eine Onlineberatung sowie Hilfen beim betreuten Wohnen und verschiedene Projekte wie das Projekt Kinderleicht“, beschreibt sie ihre Arbeit. Nach dem Rundgang waren die Studierenden an der Reihe und stellten eigene Fragen:

Die Studierenden unterwegs in der Suchtambulanz (Foto: FOM)

Welche Arten von Sucht werden behandelt? „Wir beraten und behandeln alle derzeit bekannten Abhängigkeitsformen von Alkohol-, Drogen-, Nikotin- und Medikamentenabhängigkeit bis zu Essstörungen sowie pathologischer Glücksspiel- und Onlinesucht“, so Gabriele Althammer-Radan.

Wie läuft eine Behandlung ab? „Im Erstgespräch geht es um die Diagnose und Selbsteinschätzung des Klienten. Sofern Behandlungsbereitschaft besteht, folgt eine dreimonatige Beratungsphase. In der anschließenden Therapie geht es unter anderem um die Vermittlung von Basiswissen über die eigene Krankheit und um die Stärkung der Persönlichkeit.“

Gibt es einen typischen Klienten? „Nein. Wir behandeln Menschen über alle sozialen Schichten hinweg, vom jungen Erwachsenen bis hin zum Rentner.“

FOM Studentin Katharina Unsin zeigte sich nach der Exkursion besonders von den hohen Anforderungen an die Fachkräfte beeindruckt: „Die Behandlung von Süchten erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, seinem Gegenüber zuzuhören und ihn zu verstehen.“ Eine andere Studentin resümierte: „Mich hat am meisten fasziniert, dass die Einrichtung Supervisionen für eigene Mitarbeitenden anbietet. Das gibt es in meinem Arbeitsumfeld bisher leider nicht.“