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12.07.2018 | München

FOM Sommerumfrage 2018

Digitalisierung spaltet München

Foto: iStock/ipopba

Die Digitalisierung spaltet die Landeshauptstadt. Vor allem ältere Menschen geben offen zu, unsicher und sogar ängstlich gegenüber der digitalen Entwicklung zu sein und sich nicht mitgenommen bzw. nicht ausreichend informiert zu fühlen. Die Jüngeren dagegen sehen in der Digitalisierung vor allem Chancen – und sich selbst als Teil dieser Zukunft. Das sind die Kernaussagen einer großen, bundesweiten wissenschaftlichen Studie mit über 22.000 Befragten, an der auch 1.565 Münchner Bürgerinnen und Bürger teilgenommen haben. Die Studierenden der FOM, Deutschlands größter privater Hochschule, trugen die Ergebnisse im Frühjahr und Sommer 2018 unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser zusammen.

Grundsätzlich könnte die Selbsteinschätzung in Bezug auf die digitale Entwicklung in München deutlich besser sein. Klar wird allerdings: Je älter, desto unsicherer sind die Menschen auch in München. Während die Generationen Z (12 bis 21 Jahre) und Y (22 bis 36 Jahre) sich zu 60% bzw. 56% für digital kompetent halten, nimmt diese positive Selbsteinschätzung mit zunehmendem Alter deutlich ab. Von den befragten Babyboomern (52 bis 62 Jahre) halten sich nur noch 25% für digital kompetent, von den Probanden über 63 Jahren sogar nur noch 12%.

Münchner beklagen mangelnde Informationen
Nur 21% der Münchner über 63 Jahre fühlen sich beim Thema Digitalisierung von den Anbietern (Industrie/Handel/Dienstleistung) mitgenommen, bei der jungen Generation (12-21 Jahre) sind es immerhin 37%. Generationsübergreifend besteht bei diesem Thema aber offensichtlich erheblicher Nachholbedarf, nur die wenigsten fühlen sich gut informiert. Vor allem innerhalb der älteren Bevölkerung hat dies negative Auswirkungen: 67% der über 63-Jährigen haben Angst vor einer Überforderung durch digitalen Neuerungen, bei den Befragten bis 21 Jahre sind es dagegen nur 16%.

Schulen und Hochschulen in der Pflicht
Durch die Bank erhoffen sich die Bewohner der Landeshauptstadt deutlich mehr Kompetenzvermittlung in Sachen Digitalisierung durch Schulen und Hochschulen. Nur 20% der Münchner zwischen 22 und 36 Jahren geben an, dass die Vermittlung von digitalem Know-how seitens der Bildungsinstitute ausreichend sei. Weit über die Hälfte dieser Generation (58%) ist vielmehr der Auffassung, an Schulen und Hochschulen müsse deutlich mehr in Sachen Digitalisierung unterrichtet werden.

Nicht mal jedem zweiten 12- bis 21-Jährigen ist Datenschutz wichtig
Die Älteren nehmen den Schutz ihrer Daten deutlich ernster als die Jüngeren. 71% der über 63-Jährigen ist dieses Thema sehr wichtig, bei den 12- bis 21-Jährigen sind es dagegen nur 46%. Über alle Generationen hinweg gibt nahezu jeder Zweite der Befragten (48%) an, nicht zu wissen, was man gegen die Erfassung der eigenen Daten tun kann.

Münchner Männer fühlen sich kompetenter als Münchner Frauen
Männer in der Landeshauptstadt fühlen sich in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung relativ gut gerüstet. Immerhin 48% der befragten Männer geben an, digital kompetent zu sein. Bei den Münchner Frauen behaupten dies nur 34% aller Befragten von sich.

Fakten zur Studie
Die umfassende Studie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, hier speziell des Instituts für Empirie und Statistik (ifes), wurde Mitte März bis Mitte Mai 2018 unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser bundesweit durchgeführt. Dazu befragten die Studierenden bundesweit über 22.000 Männer und Frauen, davon 1.565 Personen im Raum München, im Rahmen von face-to-face-Interviews mit standardisiertem Fragebogen. Die Auskunftspersonen waren älter als 12 Jahre und wurden quotiert nach Alter und Geschlecht. Die Verteilung der Quotenmerkmale erfolgte gemäß der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes für 2018. Zu den Ergebnissen der Studie geht es hier.