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30.07.2018 | München

BIPA-Programm fördert Wissensaustausch

Israelischer Gründergeist trifft auf deutsche Effizienz

„Hormonfreie Verhütung“ ist das Thema, mit dem sich die Münchner FOM Studentin Ursula Göpfert derzeit im Rahmen des „Bavaria Israel Partnership Accelerator“ Programms (BIPA) auseinandersetzt. Dabei entwickeln deutsche und israelische Studierende gemeinsam Innovationskonzepte für Unternehmen. Die Wirtschaftsinformatik-Studentin berichtet über das Projekt und den damit verbundenen Intensiv-Workshop in Israel.

Ursula Göpfert (Foto: privat)

Ursula Göpfert, wie kommt man als Münchner Studentin nach Beer Sheva?
Ich habe durch Zufall von dem BIPA-Programm erfahren. Die Vorstellung, gemeinsam mit Studierenden aus Israel an einem Innovations-Projekt im Bereich der Digitalisierung teilzunehmen, hat mich sofort gereizt. Also bewarb ich mich und im August geht es nach Beer Sheva.

Worum geht es beim BIPA-Programm?
Das Programm ist am "Strascheg Center for Entrepreneurship", dem Gründerzentrum der Hochschule München, verankert und nutzt die innovative Energie von Studierenden, um in Projekten neue Ideen und Konzepte für Unternehmen zu generieren. Gefördert wird es durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie und durch das israelische Generalkonsulat für Süddeutschland.

Wie funktioniert das Programm konkret?
Studierende aus Bayern und von der israelischen Ben-Gurion Universität bearbeiten in Teams jeweils eine Challenge, die von teilnehmenden Unternehmen eingereicht wird. Im Verlauf des gesamten Programms werden wir Studierende von erfahrenen Mentoren begleitet und unterstützt. Mein Team hat sich für die Challenge eines bayerischen Mittelständlers entschieden, der einen Zykluscomputer entwickelt hat.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des BIPA-Programms (Foto: BIPA)

Wie lautet Ihre Aufgabe?
Wir untersuchen die Fragestellung, warum Frauen zur Verhütung eher auf eine Hormonbehandlung setzen und auf natürliche Alternativen wie den Zykluscomputer verzichten. Während des ersten Workshops in München besichtigten wir das Unternehmen und lernten dessen Prozesse kennen. Zudem haben wir Markt- und Wettbewerbsdaten recherchiert, um Chancen und Risiken der Branche zu identifizieren. Über die sozialen Netzwerke führen wir außerdem eine Umfrage zum Thema durch, um die wirklichen Gründe aus Sicht der Frauen zu erfahren.

Was erwartet Sie in Beer Sheva?

…40 Grad Hitze! *lacht* An der Ben-Gurion Universität findet das Finale aller Teams statt. Dort werden wir unser Konzept fertigstellen. Ich freue mich jetzt schon auf das Wiedersehen mit den israelischen Studierenden. Nach der Rückreise stellen wir unsere Ergebnisse dann dem Unternehmen vor und können hoffentlich überzeugen!

Was haben Sie bisher bei dem Programm und von den Israelis gelernt?
Teamarbeit hat für mich einen noch viel höheren Stellenwert bekommen. Besonders Teams mit hoher Diversität sind eine perfekte Mischung für erfolgreiche Projekte in der Arbeitswelt der Zukunft. Zudem lernt man Zurückhaltung, um nicht zu schnell über Lösungen nachzudenken, bevor man sich nicht bedingungslos mit den Gründen hinter dem Problem auseinandergesetzt hat. Während ich sehr analytisch und präzise an Fragestellungen herangehe, denken die Israelis viel offener und beobachten erstmal alles ganz genau – wir ergänzen uns also perfekt!

Die Bewerbungsphase für das nächste BIPA-Programm läuft noch bis zum 13. August 2018. Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.