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26.07.2018 | Nürnberg

Fachkräftemangel in der IT-Branche

Gefragt ist ein Mix aus digitalen Kompetenzen und Erfahrung

„Mitarbeitende zu Digitalisierungs-Profis zu entwickeln, ist ein weiter Weg. Gebraucht werden vor allem Spezialisten an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen und Informatik.“ Diese Aussage traf Dr. Stefan Reinheimer von der Gesellschaft für Informatik beim 3. IT Management Frühstück an der FOM Hochschule in Nürnberg. Gemeinsam mit weiteren Experten diskutierte der Sprecher der Regionalgruppe Mittelfranken über das Thema „Fachkräftemangel in der IT-Branche“.

FOM Dozent Prof. Dr. Klemens Waldhör während seines Vortrags (Foto: FOM)

Ronald Smutny, Teamleiter Fachkräftesicherung der IHK Nürnberg, sieht Unternehmen und Beschäftigte in der Pflicht, dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken. „Um den Fachkräftebedarf zu decken gilt es, sich auch im Personalbereich zu internationalisieren und vor allem auf Weiterbildung zu setzen.“ Christian Heine, Mitarbeiter der IG Metall Nürnberg, ging noch einen Schritt weiter: „Leider reicht in manchen Unternehmen die Angst, IT-Experten an den Wettbewerb zu verlieren, schon so weit, dass mögliche Weiterbildungen nicht angeboten bzw. unterbunden werden.“ „Und leider sehen auch viele Beschäftigte keine Notwendigkeit darin, sich durch lebenslanges Lernen die benötigte Expertise für die Digitalisierung anzueignen“, ergänzte Reinheimer.

von links: Prof. Dr. Klemens Waldhör, Dr. Stefan Reinheimer, Christian Heine, Florian Schütz (Studienberater FOM Nürnberg), Ronald Smutny (Foto: FOM)

FOM Dozent Prof. Dr. Klemens Waldhör betonte, laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stünden dem Arbeitsmarkt viele IT-Spezialisten zwischen 40 und 60 Jahren zur Verfügung. „Die gute Nachricht für den Raum Nürnberg ist, dass ein großer Bedarf an IT-lern besteht und vor allem kleinere Unternehmen dringend Mitarbeiter für die Digitalisierung suchen. Auch ältere arbeitssuchende IT-Berater sollten davon profitieren“, so der Professor. Christian Heine bestätigte das: „Diese Menschen sind den neuen Herausforderungen gewachsen. Sie besitzen eine Expertise, von denen die Unternehmen enorm profitieren können. Trotzdem wollen viele Firmen für diese Expertise nicht bezahlen und greifen auf junge Absolventen zurück.“

Ein essenzieller Schritt, darin waren sich alle Podiumsgäste einig, sei die Weiterentwicklung von Mitarbeiterkompetenzen. Man müsse weniger Standardisierungen und mehr Querschnittskompetenzen schaffen. Spezielle Coachings sollten zudem die Beschäftigten flexibler und agiler machen. Viele Betriebe bildeten aber eigens auf sie zugeschnittene Spezialisten aus. Das mache es für diese umso schwieriger, in anderen Unternehmen Fuß zu fassen. Auch solle man offen sein für die Internationalisierung – und Quereinsteigern eine Chance geben.