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04.07.2018

FOM Sommerstudie 2018

Digitalisierung spaltet die Republik

Foto: iStock/ipopba

Die zunehmende Digitalisierung spaltet die Republik. Vor allem ältere Bundesbürger geben offen zu, unsicher und sogar ängstlich gegenüber der digitalen Entwicklung zu sein und sich nicht mitgenommen bzw. nicht ausreichend informiert zu fühlen. Die Jüngeren dagegen sehen in der Digitalisierung vor allem Chancen – und sich selbst als Teil dieser Zukunft. Das sind die Kernaussagen einer großen wissenschaftlichen Studie mit über 22.000 Befragten. Die Studierenden der FOM, Deutschlands größter privater Hochschule, trugen die Ergebnisse im Frühjahr und Sommer 2018 unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser zusammen.

Grundsätzlich könnte die Selbsteinschätzung in Bezug auf die digitale Entwicklung und die Eingebundenheit jedes Einzelnen deutschlandweit deutlich besser sein. Klar wird allerdings: Je älter, desto unsicherer sind die Menschen in Deutschland. Während die Generationen Z (12 bis 21 Jahre) und Y (22 bis 36 Jahre) sich zu 59 bzw. 57% für digital kompetent halten, nimmt diese positive Selbsteinschätzung mit zunehmendem Alter deutlich ab. Von den befragten Babyboomern (52 bis 62 Jahre) halten sich nur noch 28% für digital kompetent, von den Probanden über 63 Jahren sogar nur noch 13 Prozent.

Mangelnde Informationen beklagt
Nur 16% der über 63-Jährigen fühlen sich beim Thema Digitalisierung von den Anbietern (Industrie/Handel/Dienstleistung) mitgenommen, bei den jüngeren Generationen unter 36 Jahren sind es immerhin 36%. Generationsübergreifend besteht bei diesem Thema aber offensichtlich erheblicher Nachholbedarf, nur die wenigsten fühlen sich gut informiert.

Daraus resultierend erscheint auch die Angst vor Überforderung logisch: 65% der über 63-Jährigen haben Angst vor einer Überforderung durch digitalen Neuerungen, bei den unter 21-Jährigen sind es dagegen nur 17%.

Schulen und Hochschulen in der Pflicht
Allerdings erhoffen sich auch die Jüngeren deutlich mehr Kompetenzvermittlung in Sachen Digitalisierung, zum Beispiel durch Schulen und Hochschulen. Nur 25% der Schüler zwischen 12 und 21 Jahren geben an, dass die Vermittlung von digitalem Know-how seitens der Bildungsinstitute ausreichend sei. Weit über die Hälfte der befragten jungen Generation (59%) ist vielmehr der Auffassung, an Schulen und Hochschulen müsse deutlich mehr in Sachen Digitalisierung unterrichtet werden. 16% haben dazu keine Meinung.

Nur jedem zweiten 12- bis 36-Jährigen ist Datenschutz wichtig
Die Älteren nehmen den Schutz ihrer Daten deutlich ernster, als die Jüngeren. Rund 75% der über 63-Jährigen ist das Thema sehr wichtig, bei den 12- bis 36-Jährigen ist es gerade einmal jeder zweite, dem der Datenschutz sehr wichtig ist. Über alle Generationen hinweg geben sogar 52% der Befragten zu, dass sie nicht wissen, was sie gegen die Erfassung ihrer Daten tun können. 62% sagten aus, dass sie die Datensammlung im Netz ärgert.

Männer fühlen sich kompetenter als Frauen
Männer fühlen sich in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung übrigens relativ gut gerüstet. Immerhin 45%, also fast jeder zweite Mann gibt an, digital kompetent zu sein. Bei den Frauen behaupten dies nur 31% aller Befragten von sich.

Fakten zur Studie
Die umfassende Studie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, hier speziell des Instituts für Empirie und Statisktik (ifes), wurde Mitte März bis Mitte Mai 2018 unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser bundesweit durchgeführt. Dazu befragten die Studierenden über 22.000 Männer und Frauen in face-to-face-Interviews mit standardisiertem Fragebogen. Die Auskunftspersonen waren älter als 12 Jahre und wurden quotiert nach Alter und Geschlecht. Die Verteilung der Quotenmerkmale erfolgte gemäß der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes für 2018. Zu den Ergebnissen der Studie geht es hier.