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12.07.2018 | Berlin

Ältere und „Babyboomer“ haben Angst vor der Entwicklung – Generation Y fühlt sich beim Thema Digitalisierung am sichersten

Digitalisierung spaltet die Generationen der Hauptstadt

fotocredits: istock / ipopba
fotocredits: istock / ipopba

Die zunehmende Digitalisierung spaltet Berlin. Vor allem ältere Bürger geben offen zu, unsicher und sogar ängstlich gegenüber der digitalen Entwicklung zu sein und sich nicht mitgenommen bzw. nicht ausreichend informiert zu fühlen. Die Jüngeren dagegen sehen in der Digitalisierung vor allem Chancen – und sich selbst als Teil dieser Zukunft. Das sind die Kernaussagen einer großen, bundesweiten wissenschaftlichen Studie mit über 22.000 Befragten, an der auch 1020 Berlinerinnen und Berliner teilnahmen. Die Studierenden der FOM, Deutschlands größter privater Hochschule, trugen die Ergebnisse im Frühjahr und Sommer 2018 unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser zusammen.

Grundsätzlich könnte die Selbsteinschätzung in Bezug auf die digitale Entwicklung und die Eingebundenheit jedes Einzelnen auch in Berlin deutlich besser sein. Klar wird allerdings: Je älter, desto unsicherer sind die Menschen in Deutschland. Während die Generationen Z (12 bis 21 Jahre) und Y (22 bis 36 Jahre) sich zu 60 bzw. 63 Prozent für digital kompetent halten, nimmt diese positive Selbsteinschätzung mit zunehmendem Alter deutlich ab. Von den befragten Babyboomern (52 bis 62 Jahre) halten sich nur noch 32 Prozent für digital kompetent, von den Probanden über 63 Jahren sogar nur noch 18 Prozent.

Berliner beklagen mangelnde Informationen

Nur 18 Prozent der über 63-Jährigen fühlen sich beim Thema Digitalisierung von den Anbietern (Industrie/Handel/Dienstleistung) mitgenommen, bei der jüngeren Generation (22-36 Jahre) sind es immerhin 38 Prozent. Generationsübergreifend besteht bei diesem Thema aber offensichtlich erheblicher Nachholbedarf, nur die wenigsten fühlen sich gut informiert.

Daraus resultierend erscheint auch die Angst vor Überforderung logisch: 66 Prozent der über 63-Jährigen haben Angst vor einer Überforderung durch digitalen Neuerungen, bei den unter 21-Jährigen sind es 22 Prozent.

Schulen und Hochschulen in der Pflicht

Allerdings erhoffen sich auch die Jüngeren deutlich mehr Kompetenzvermittlung in Sachen Digitalisierung, zum Beispiel durch Schulen und Hochschulen. Nur 27 Prozent der Berliner Schüler zwischen 12 und 21 Jahren geben an, dass die Vermittlung von digitalem Know-how seitens der Bildungsinstitute ausreichend sei. Weit über die Hälfte (59 Prozent) der befragten Generation Z ist vielmehr der Auffassung, an Schulen und Hochschulen müsse deutlich mehr in Sachen Digitalisierung unterrichtet werden. 14 Prozent haben dazu keine Meinung.

67 Prozent der Befragten ist Datenschutz wichtig

Die Älteren nehmen den Schutz ihrer Daten deutlich ernster, als die Jüngeren. Rund 75 Prozent der über 63-Jährigen ist das Thema sehr wichtig, bei den 12- bis 21-Jährigen ist es gerade einmal jeder zweite, dem der Datenschutz sehr wichtig ist. Über alle Generationen hinweg gibt sogar jeder Zweite der Befragten zu, dass er bzw. sie nicht weiß, was man gegen die Erfassung seiner bzw. ihrer Daten tun kann.

Berliner Männer fühlen sich digital kompetenter als Berliner Frauen

Männer fühlen sich in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung übrigens gut gerüstet. Immerhin 52 Prozent, also fast jeder zweite Mann gibt an, digital kompetent zu sein. Bei den Frauen behaupten dies nur 37 Prozent aller Befragten von sich.

Fakten zur Studie

Die umfassende Studie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, hier speziell des Instituts für Empirie und Statistik (ifes), wurde Mitte März bis Mitte Mai 2018 unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser bundesweit durchgeführt. Dazu befragten die Studierenden bundesweit über 22.000 Männer und Frauen und in Berlin 1020 Personen in face-to-face-Interviews mit standardisiertem Fragebogen. Die Auskunftspersonen waren älter als 12 Jahre und wurden quotiert nach Alter und Geschlecht. Die Verteilung der Quotenmerkmale erfolgte gemäß der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes für 2018. Zu den Ergebnissen der Studie geht es hier.