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12.07.2018 | Stuttgart

Datenschutz wird generationenübergreifend sehr ernst genommen – Jeder Zweite ab 63 Jahren hat Angst vor digitaler Überforderung

Digitalisierung eint und spaltet die Generationen in Stuttgart

fotocredits: istock / ipopba

Die zunehmende Digitalisierung spaltet die größte Stadt Baden-Württembergs. Vor allem ältere Bürger geben offen zu, unsicher und sogar ängstlich gegenüber der digitalen Entwicklung zu sein und sich nicht mitgenommen bzw. nicht ausreichend informiert zu fühlen. Die Jüngeren dagegen sehen in der Digitalisierung vor allem Chancen – und sich selbst als Teil dieser Zukunft. Das sind die Kernaussagen einer großen, bundesweiten wissenschaftlichen Studie mit über 22.000 Befragten, an der auch rund 400 Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Die Studierenden der FOM, Deutschlands größter privater Hochschule, trugen die Ergebnisse im Frühjahr und Sommer 2018 unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser zusammen.

Je älter, desto unsicherer

Grundsätzlich könnte die Selbsteinschätzung in Bezug auf die digitale Entwicklung und die Eingebundenheit jedes Einzelnen auch in Stuttgart deutlich besser sein. Klar wird allerdings: Je älter, desto unsicherer sind die Menschen. Während die Generationen Z (12 bis 21 Jahre) und Y (22 bis 36 Jahre) sich zu 56 bzw. 63 Prozent für digital kompetent halten, nimmt diese positive Selbsteinschätzung mit zunehmendem Alter deutlich ab. Von den befragten Babyboomern (52 bis 62 Jahre) halten sich nur noch 15 Prozent für digital kompetent.

Stuttgarter beklagen mangelnde Informationen

Nur 17 Prozent der über 63-Jährigen fühlen sich beim Thema Digitalisierung von den Anbietern (Industrie/Handel/Dienstleistung) mitgenommen, bei der jüngeren Generation (22-36 Jahre) sind es immerhin 32 Prozent. Generationsübergreifend besteht bei diesem Thema aber offensichtlich erheblicher Nachholbedarf, nur die wenigsten fühlen sich gut informiert.

Daraus resultierend erscheint auch die Angst vor Überforderung logisch: 50 Prozent der über 63-Jährigen haben Angst vor einer Überforderung durch digitalen Neuerungen, bei der Genration Y (22 – 26 Jahre) sind es 13 Prozent.

64 Prozent der Befragten ist Datenschutz wichtig

Die Älteren nehmen den Schutz ihrer Daten deutlich ernster, als die Jüngeren. Rund 68 Prozent der über 63-Jährigen ist das Thema sehr wichtig, bei den 12- bis 21-Jährigen sind es 51 Prozent, denen der Datenschutz sehr wichtig ist. Über alle Generationen hinweg gibt allerdings fast jeder Zweite der Befragten zu, dass er bzw. sie nicht weiß, was man gegen die Erfassung seiner bzw. ihrer Daten tun kann.

Stuttgarter Männer fühlen sich digital kompetenter als Stuttgarter Frauen

Männer fühlen sich in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung übrigens gut gerüstet. Immerhin 42 Prozent gibt an, digital kompetent zu sein. Bei den Frauen behaupten dies nur 32 Prozent aller Befragten von sich.

Fakten zur Studie

Die umfassende Studie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, hier speziell des Instituts für Empirie und Statistik (ifes), wurde Mitte März bis Mitte Mai 2018 unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser bundesweit durchgeführt. Dazu befragten die Studierenden bundesweit über 22.000 Männer und Frauen und in Stuttgart 372 Personen in face-to-face-Interviews mit standardisiertem Fragebogen. Die Auskunftspersonen waren älter als 12 Jahre und wurden quotiert nach Alter und Geschlecht. Die Verteilung der Quotenmerkmale erfolgte gemäß der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes für 2018.

Zu den Ergebnissen der Studie geht es hier.