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24.01.2018 | Stuttgart

Stuttgarter Gespräche

„3D-Druck ist eine Evolution“

Künstliche Hüftgelenke oder Ersatzteile für Maschinen einfach ausdrucken? Was wie Fiktion klingt, ist in vielen Branchen längst gängige Praxis. In der Luftfahrt, in der Medizin oder im Werkzeugbau werden durch 3D-Druck bereits vielfach neue Wege in der Produktherstellung beschritten. Wo das Potenzial dieser neuen Technologie liegt und welche Veränderungen sie mit sich bringt, wurde bei den Stuttgarter Gesprächen an der FOM Hochschule diskutiert.

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V.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Thomas Abele, Prof. Dr.-Ing. Hendrik Rust, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hube und Gesamt-Geschäftsleiterin der FOM in Stuttgart Melanie Tondera (Foto: FOM / Wilhelm Mierendorf)

„3D-Druck: Hype oder Revolution?“ Mit dieser Frage eröffnete der Gastgeber der Veranstaltung, Prof. Dr.-Ing. Thomas Abele, Wissenschaftlicher Leiter des KompetenzCentrum für Technologie- und Innovationsmanagement an der FOM Hochschule, die Diskussionsrunde.

Daten, Zahlen und Studienergebnisse hierzu lieferte Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hube, Professor für Strategisches Innovationsmanagement an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Danach gibt es für die neue Technologie bereits einen Markt, an dem Unternehmen reale Umsätze generieren und finanzielle Mittel in die Forschung investieren. „Es handelt sich hierbei längst nicht mehr um einen Hype“, sagte der Experte. Die Technologie biete bereits zahlreiche Möglichkeiten, Dinge neu zu erschaffen. „Vielmehr ist 3D-Druck eine Evolution auf dem Weg zum Standard.“ Komplette Fahrzeuge oder Organe aus dem Drucker seien hingegen noch Zukunftsmusik.

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Prof. Dr.-Ing. Thomas Abele: „3D-Druck: Hype oder Revolution?“ (Foto: FOM / Wilhelm Mierendorf)

Prof. Dr.-Ing. Hendrik Rust, Professor für Produktentwicklung technischer Güter und Entrepreneurship an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Karlsruhe, verwies in seinem Vortrag auf Einsatzmöglichkeiten der Drucktechnologie in kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Handwerksbetrieben. Generative Fertigungsverfahren böten Kostenvorteile, da sie auch für die Herstellung komplexer Teile in geringer Stückzahl geeignet seien. Mögliche Gewichteinsparungen an Bauteilen und nahezu unbegrenzter Spielraum beim Design, bedeuteten Mehrwert für den Kunden. Einen Tipp hatte der Experte für alle Mittelständler: „Prüfen Sie, wann der individuell richtige Zeitpunkt ist, in generative Fertigungsverfahren einzusteigen.“