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06.02.2018 | München

Blockchain-Technologie an der FOM in München

Was digitale Blöcke auf hoher See zu suchen haben

Im Morgengrauen auf der Ostsee: Ein Kutter zieht seine Netze aus dem Wasser, tonnenweise Hering landen im Schiffsbauch. Wenige Stunden später wird der verpackte Fisch im Kühlregal als frischer Ostsee-Hering verkauft. Aber wie kann sich der Kunde beim Abendessen sicher sein, dass der Fisch auf seinem Teller tatsächlich aus der Ostsee stammt und frisch ist? Die Blockchain-Technologie macht es möglich. An der FOM in München erhielten über 150 Zuhörerinnen und Zuhörer in zwei Vorträgen Einblicke in die Potenziale der digitalen Blöcke.

Volles Haus in München (Foto: FOM)

Was ist Blockchain überhaupt? Sven Buschke vom Deloitte Blockchain Institute brachte erst einmal Licht ins Dunkel: „Eine Blockchain ist nichts anderes als die digitale und somit dezentrale Aufzeichnung beliebiger Datenübertragungen. Alle Datensätze werden als ‚Blöcke‘ chronologisch aneinandergereiht und können nachträglich nicht verändert werden.“ Der Deloitte-Experte betonte außerdem, dass eine Kopie aller Datenübertragungen auf jedem beteiligten Endgerät gespeichert würde. Dies ermögliche die manipulations- und revisionssichere Speicherung der Daten.

Prof. Dr. Gerald Mann begrüßte die Anwesenden (Foto: FOM)

Und wer braucht Blockchain auf der Ostsee? „Dank der Technologie lässt sich beispielsweise nachverfolgen, welchen Weg ein Produkt zurücklegt: vom Kutter über die Fabrik und den Zulieferer bis zum Supermarkt“, erklärte FOM Dozent Prof. Dr. Thomas Städter im zweiten Vortrag des Tages.

Auch im Gesundheitswesen ergeben sich dem Experten zufolge interessante Anwendungsfelder: „Patientendaten werden ohnehin zunehmend digital gespeichert. Die Systeme von Hausärzten und Krankenhäusern sind aber oft nicht kompatibel. Mithilfe der Blockchain können medizinische Patienteninformationen dezentral und manipulationssicher abgespeichert werden.“

Wo bleibt da der Datenschutz? Prof. Städter ließ keine Frage unbeantwortet: Seiner Meinung nach sei der Abschluss einer internationalen Datenschutzvereinbarung nicht realistisch. „Wenn Blockchain und Recht aufeinandertreffen, müssen wir neue Wege finden, um die Persönlichkeitsrechte der User zu gewährleisten. Ein Ansatz ist die Anonymisierung und Pseudonymisierung von Daten.“

Nach den beiden Fachvorträgen tauschten sich die Anwesenden beim gemeinsamen Frühstück über persönliche Erfahrungen mit Blockchain aus und knüpften neue Kontakte.