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  • 2018
  • Februar
  • FOM Dozentin gibt Steuertipps für berufsbegleitend Studierende
20.02.2018 | Stuttgart

FOM Expertin: Das ist bei der Steuererklärung zu beachten

Steuertipps für berufsbegleitend Studierende

Steuererklärung berufsbegleitend studieren sparen
Steuertipps für berufsbegleitend Studierende von FOM Dozentin und Steuerberaterin Anna Karin Spångberg Zepezauer (Foto: pixabay)

Lebenslanges Lernen ist längst Realität – und eine Investition in die eigene berufliche Zukunft. Für viele bedeutet ein berufsbegleitendes Studium oder eine Aus- und Fortbildung aber erst einmal eine finanzielle Belastung. „Gut zu wissen, dass viele studienbezogene Aufwendungen wie Prüfungsgebühren, Fachbücher oder Arbeitsmittel bei der Steuererklärung geltend gemacht werden können“, weiß FOM Dozentin und Steuerberaterin Anna Karin Spångberg Zepezauer.

„Die gute Nachricht lautet: Kosten rund um das Studium können grundsätzlich steuerlich geltend gemacht werden. Die schlechte Nachricht: Studium ist nicht gleich ‚Studium‘. Entscheidend ist, ob es sich um eine Erst- oder Zweitausbildung handelt“, sagt Anna Karin Spångberg Zepezauer. Die Höhe der absetzbaren Kosten sei von mehreren Faktoren abhängig. An erster Stelle stehe dabei die Frage nach der Art der Einkünfte. Es komme darauf an, ob man angestellt oder selbständig sei oder sich in der Ausbildung befinde. Darüber hinaus sei entscheidend, ob es sich um eine erste Berufsausbildung oder eine beruflich veranlasste Fortbildung handelt. Je nach Beschäftigungsverhältnis sowie der Art der Weiter- oder Fortbildung ergeben sich unterschiedliche Konsequenzen für die steuerliche Absetzbarkeit und die Höhe der anrechenbaren Studien- und Weiterbildungsaufwendungen. „Bei Angestellten oder Auszubildenden mit Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit lassen sich die Kosten einer beruflichen Fortbildung als Werbungskosten geltend machen“, erklärt Spångberg Zepezauer. Dies trifft beispielsweise auf alle zu, die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben und im Anschluss ein Studium absolvieren. Da das Studium als zweite Ausbildung steuerlich angesehen werde, könnten die Aufwendungen als (vorweggenommene) Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden. „Aber auch alle, die zuerst ein Bachelor-Studium absolviert haben und ein berufsbegleitendes Master-Studium beginnen, fallen unter diese Regelung“, weiß die Expertin.

Steuerfachfrau Spångberg Zepezauer rät zur zeitnahen Einreichung der Steuererklärung

„Von der Steuer abgesetzt werden können Studien- und Prüfungsgebühren, Fachliteratur, Büromaterial oder Arbeitsmittel. Aber auch Fahrten zu Präsenzveranstaltungen und Lerngruppen, Übernachtungskosten, Verpflegungspauschalen oder Zinsen für den Studienkredit zählen dazu. Die Höhe der Werbungskosten pro Jahr ist unbegrenzt. Ein weiterer positiver Aspekt: Wenn den Aufwendungen kein oder nur ein geringes Einkommen entgegensteht, lässt sich die Differenz als Verlustvortrag mit ins nächste Jahr nehmen und dann zukünftig von der Steuer absetzen“, so die Steuerberaterin. Deswegen lohnt es sich laut Spångberg Zepezauer, alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Aus- oder Weiterbildung stehen, genau zu dokumentieren und die Steuererklärung zeitnah einzureichen.

Anders verhalte es sich mit den Kosten, die im Rahmen einer Erstausbildung entstünden: Die Aufwendungen einer ersten Berufsausbildung (ohne Dienstverhältnis) oder eines Bachelor-Studiums, das direkt im Anschluss an das Abitur begonnen wird, seien nur begrenzt steuerlich absetzbar, so die Steuerfachfrau. „Die Grenze für diese sogenannten Sonderausgaben liegt bei maximal 6.000 Euro pro Jahr. Höhere Aufwendungen können in späteren Jahren auch nicht als Verluste vorgetragen werden, sondern sind nur in dem Jahr absetzbar, in dem sie entstehen“, sagt Spångberg Zepezauer.