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05.12.2018 | Bochum und Hagen

KI, Cloud Computing und Internet of Things

„Wir brauchen mehr Digitalkompetenz für die Technik von morgen“

Muschiol, IT, Dozent, FOM
Prof. Dr. Jörg Muschiol (Foto: netzfactor)

Wenn Prof. Dr. Jörg Muschiol am 10. Dezember um 18:00 Uhr die Hagener Kaufmannsschule I besucht, wird er den Schülerinnen und Schülern moderne Technik zum Anfassen mitbringen. Eine Drohne, der Sprachassistent Alexa und Virtual-Reality-Brillen werden für Spannung sorgen, wenn er im Rahmen eines Vortrags seinen jungen Zuhörern das Thema „Digitalisierung und Forschung 4.0“ nahebringt.

„Begriffe wie Big Data, Künstliche Intelligenz, Cloud Computing und Internet of Things zeigen, dass uns schon heute sehr viel Technik zur Verfügung steht und sogar einen großen Teil unseres Lebens beeinflusst. Dennoch denken wir viel zu wenig darüber nach, wie Technologien im Alltag auf uns und unsere Gesellschaft wirken“, so der Experte für Webtechnologien, Softwareentwicklung, Mediendesign und IT-Sicherheit. „Ich möchte den Schülerinnen und Schülern Forschungsprojekte aus dem Bereich der Digitalisierung vorstellen und sie ein wenig dafür sensibilisieren, welche guten, aber auch weniger guten Folgen die Techniknutzung für uns haben kann.“

Ein Projekt, an dem Muschiol selbst federführend beteiligt ist: AI4A. Das steht für Ambient Information for All (www.ai4all.de). „Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert und hat das Ziel, ein vollständig barrierefreies multi-modales Erlebnis- und Informationssystem zu entwickeln“, beschreibt der Wissenschaftler. Am Beispiel des Bochumer Tierparks wird eine App entwickelt, die Erwachsenen und Jugendlichen, aber auch Blinden, Hörgeschädigten und Rollstuhlfahrern im Tierpark via Smartphone eine besonders erlebnisreiche Informationsvermittlung bietet.

Wie Digitalisierung und insbesondere disruptive digitale Technologien unser Leben verändern, werde etwa am Beispiel der SMS deutlich, betont IT-Experte Muschiol. „Die SMS ist innerhalb kürzester Zeit von WhatsApp abgelöst worden. Mit Kurznachrichten verdienen Mobilfunkanbieter heute also kein Geld mehr. Und statt auf CDs greifen immer mehr Menschen auf Spotify und Co. zurück. Das sind nur zwei Beispiele für die starken Veränderungen, die auch in den Unternehmen zu spüren sind.“

Mit der kommenden 5. Generation des Mobilfunks würden sich wieder neue Wirkungsfelder ergeben, so Muschiol. Dennoch sei die Industrie in Deutschland bis heute noch nicht wirklich bei der Generation 4.0 angekommen. „Wir brauchen deutlich mehr Digitalkompetenz für die Technik von morgen. Wie wir in Zukunft mit Daten umgehen und arbeiten, wird sich zeigen.

Prof. Dr. Jörg Muschiol gründete vor über 15 Jahren in Bochum die netzfactor GmbH. Seit 2006 lehrt er an der FOM Hochschule im Bereich Wirtschaftsinformatik, 2017 wurde er zum Honorarprofessor an der FOM ernannt. Er ist Wissenschaftler am ifid Institut für IT-Management & Digitalisierung der FOM und war an mehreren BMBF-geförderten Forschungsprojekten beteiligt. Muschiol veröffentlicht regelmäßig zum Thema Mensch-Maschine-Interaktion.