05.12.2018 | München

Vernehmung statt Vorlesung

FOM Studierende zu Gast im Landgericht München

Was haben Hörsaal und Gerichtssaal gemeinsam? An beiden Orten lässt sich jede Menge lernen. Münchner FOM Studierende aus dem Hochschulbereich Gesundheit & Soziales haben ihrem Hörsaal für einen Tag den Rücken gekehrt, um im Landgericht I als Beobachter an zwei Verhandlungen teilzunehmen. Prof. Dr. iur. Dr. med. Reinhold Altendorfer begleitete sie.

Studierende, Landgericht, Gasthörer, Gesundheit, Soziales
Auf in den Gerichtssaal (Foto: Prof. Dr. Reinhold Altendorfer)

Im ersten Fall klagte ein Patient gegen eine internistische Klinik auf Schmerzensgeld. „Der Kläger warf den Ärzten vor, eine Gürtelrose trotz vielfältiger diagnostischer Maßnahmen nicht erkannt zu haben“, beschreibt ein Student den Sachverhalt. „Im nächsten Fall klagte eine Patientin gegen einen Strahlentherapeuten, der ihrer Meinung nach einen Bestrahlungsschaden auf der Haut nicht ernstnahm.“

„Für die Richter ist es oft schwer, die tatsächlichen Geschehnisse zu rekonstruieren und zu bewerten“, resümiert eine Studentin nach den zwei Gerichtsverhandlungen. „Besonders wenn die beteiligten Ärzte, Patienten und Angehörige jeweils nur ihre persönliche Sicht vortragen und dabei Emotionen im Vordergrund stehen.“ Durch die gemeinsame Erfahrung im Gerichtssaal haben sich die Studierenden noch einmal bewusst gemacht, dass Fehler von Ärzten gravierende Folgen haben können. „Umso wichtiger ist es zu wissen, welche Maßnahmen nach einem medizinischen Zwischenfall möglich und sinnvoll sind“, so der einhellige Konsens.

Im Hochschulbereich Gesundheit & Soziales können Studieninteressierte u. a. aus den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengängen Pflege, Soziale Arbeit und Gesundheitspsychologie & Medizinpädagogik wählen. Im Master-Bereich stehen Medizinmanagement und Public Health zur Auswahl.