• FOM
  • 2018
  • Dezember
  • „Es ist elementar, beides abzudecken, das Kaufmännische und die Pflege“
13.12.2018 | Hamburg

Gesundheitsstudiengänge für Quereinsteiger

„Es ist elementar, beides abzudecken, das Kaufmännische und die Pflege“

Als Inhaber eines Hamburger Pflegedienstes steht FOM Absolvent Ole Knoblich täglich vor neuen Aufgaben. Dabei kommt ihm auch sein Wissen aus dem Studium in Gesundheits- und Sozialmanagement und aktuell auch aus dem Master-Studiengang Public Health zu Gute. Doch wie genau hat diese akademische Qualifikation seine Managementkompetenz gestärkt und sein Unternehmen verändert?

Als Ole Knoblich 2003 den Pflegedienst Sali in Hamburg Lokstedt gründete, betrat er berufliches Neuland. „Ich war vorher Steuerfachgehilfe, mit der Gesundheitsbranche hatte ich damals nur durch meine Mutter Berührungspunkte, die seit langem als examinierte Altenpflegerin arbeitet“, so der heute 45-Jährige. Heute ist Ole Knoblich Arbeitgeber von rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die etwa 70 Patienten in ihrem Zuhause pflegen und betreuen.

Pflegedienst-Inhaber, FOM Student und FOM Absolvent Ole Knoblich (Foto: Privat)
Pflegedienst-Inhaber, FOM Student und FOM Absolvent Ole Knoblich (Foto: Privat)

Zu Beginn hatte sich der Quereinsteiger intensiv von seiner Mutter in die pflegerische Praxis einarbeiten lassen und selbst Dienste übernommen. Zur Führungskraft mit umfassender Branchen-Expertise wurde er auch durch seine akademische Weiterbildung an der FOM Hochschule. „Ich wollte eine fundierte betriebswirtschaftliche Qualifikation. Die tollste Pflege auf die Beine zu stellen bringt nichts, wenn ich am Ende meine Mitarbeiter nicht bezahlen kann. Es ist elementar, beides abzudecken, das Kaufmännische und die Pflege“, betont Knoblich.

Der Hamburger entschied sich zunächst für den Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Sozialmanagement. Damit gehörten zu seinem Lehrplan neben Wirtschaftsthemen wie Rechnungswesen, Personalmanagement und Personalführung auch Module aus dem Bereich Gesundheit und Soziales, z.B. psychologische Gesprächsführung. Die spezifische Ausrichtung auf die Branche war für Ole Knoblich richtig: „Unser Gesundheitssystem ist komplex. Durch das Studium habe ich neue Einblicke in die Sozialpolitik bekommen, etwa darüber, wie Pflegestufen, Pflegegrade oder Leistungsvergütungen in der Pflege zustande kommen.“

Neue Erkenntnisse, Austausch über spannende Fragen: Das Studium hat auch Ole Knoblichs Unternehmen verändert. So diskutierte er mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über den Ethikkodex für Pflegende, von dem er in einer Vorlesung zur Verantwortung im Pflegeberuf erfahren hatte, und formulierte ihn auf die Anforderungen in der ambulanten Pflege um. Heute ist der Kodex Handlungsrichtschnur für die Pflegenden bei Sali.

Inzwischen studiert, nach Vorbild des Chefs, auch eine seiner examinierten Altenpflegerinnen, Julia Schmidt, neben ihrem Beruf an der FOM Hochschule Gesundheits- und Sozialmanagement. Der Pflegedienst-Inhaber selbst ist der FOM Hochschule ebenfalls verbunden geblieben: als Mentor für Studienanfänger und als „doppelter“ Master-Student in Human Resources und auch in Public Health: „Jetzt erfahre ich noch mehr über die aktuelle Forschung, über Gesundheitsökonomie und Gesundheitssysteme.“

Den Hochschulbereich Gesundheit & Soziales gibt es seit 2012 an der FOM Hochschule in Hamburg. Zur Wahl stehen derzeit fünf Bachelor- und zwei Master-Studiengänge. Die meisten der aktuell Studierenden dieses Hochschulbereichs haben sich für Gesundheits- und Sozialmanagement entschieden. Im laufenden Wintersemester 2018 verzeichnet der Bachelor Soziale Arbeit die meisten Erstsemester unter den Gesundheits-Studiengängen.