04.12.2018 | Köln

Trainieren, reisen, pauken

Auf dem gnadenlosen Weg zur Ziellinie

4 Stunden und 32 Minuten. So lange brauchte er, um 1,9 Kilometer durch die Wellen des Indischen Ozeans zu schwimmen. Um 90 Kilometer bei heftigem Gegenwind in die Pedale zu treten. Und um einen Halbmarathon in der Innenstadt von Port Elizabeth zu bewältigen – dort, wo die Nelson Mandela Bay an der Garden Route in Südafrika 2018 zum Schauplatz der Titelkämpfe wurde.

Triathlet und Student Christian Geimer (Foto: Privat)

Christian Geimer ist ein Kämpfer. Der Triathlet und Student hat in diesem Jahr zum fünften Mal an der Triathlon-Weltmeisterschaft teilgenommen – und trainiert schon jetzt wieder für die WM 2020 in Neuseeland. Der 26-jährige Master-Student befindet sich immer auf dem gnadenlosen Weg zur Ziellinie. Sowohl beim Sport als auch auf der Karriereleiter nach oben. Seit September 2018 studiert der Athlet „Sales Management“ an der FOM in Köln. Gemeinsam mit seinem Arbeitgeber, der Möbel Hüsch GmbH, entschied er sich für das duale Teilzeit-Modell. Neben dem Studium und dem Beruf trainiert der Sportler seine Muskeln und seine Kondition zwischen 24 und 28 Stunden pro Woche. Von 18 bis 21.30 Uhr ist erst Gehirnjogging in der Vorlesung angesagt, anschließend wird sich dann noch körperlich fit gehalten. In den Jahren zuvor konnte sich der Student so bereits durch europäische Qualifikationskriterien bei Weltmeisterschaften in Australien, Österreich und Südafrika qualifizieren.

Christian Geimer trat gemeinsam mit seinem 56-jährigen Vater Günter bei der Ironman Weltmeisterschaft in Südafrika an (Foto: Privat)

In der vorlesungsfreien Zeit bereitet sich Geimer in Köln auf seine Wettkämpfe vor. In den Sport-Ruhephasen liegt der Fokus dann auf dem Master-Abschluss: „Das war ein wichtiger Grund dafür, dass ich mich für die FOM entschieden habe. So kann ich alle drei Teile – das Studieren, das Arbeiten und das Trainieren in meinen Alltag integrieren.“ Um die Motivation und die Zeit zu finden, alle Schlüsseleinheiten im Schwimmen, Radfahren, Laufen und Lernen wirklich durchzuziehen, ist sehr viel Kreativität und Improvisation gefragt. Aber genau das ist es, was Abwechslung und neue Reize in sein Leben bringt.  Zeit für eine eigene Wohnung und eine Freundin findet Christian trotzdem noch. Was ihm dabei sicherlich zu Gute kommt: Seine Freundin ist ebenfalls Triathletin, zusammen trainiert wird allerdings selten.

In Christian Geimers Leben ist sehr viel Kreativität und Improvisation gefragt (Foto: Privat)

Langfristig gesehen ist es sein großer Traum, seinen Master in der Tasche zu haben und an der IRONMAN Weltmeisterschaft auf Hawaii teilzunehmen – dort, wo sich die weltbesten Sportler im wichtigsten und härtesten Wettkampf messen! Damit er sich diesen Wunsch auch erfüllen kann, ist vor allem eines nötig: harte Arbeit, gepaart mit unbändiger Disziplin. Und die hat er: Selbst nachdem er in Australien auf dem Fahrrad angefahren wurde und sich sein Handgelenk brach, schaffte er es dank eiserner Willensstärke, innerhalb von vier Wochen und zwei Physio-Einheiten täglich, wieder fit zu werden.

Jetzt heißt es vor den Wettkämpfen wieder: Frühstück um 4:00 Uhr und schon mal warm machen. Kopfhörer auf, Musik an, Welt aus.