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  • Prof. Dr. David Matusiewicz im WDR: „Qualität der Pflege hat keine ökonomische Relevanz“
24.08.2018 | Düsseldorf und Essen

Prof. Dr. David Matusiewicz in der WDR Lokalzeit zum Streik an den Uni-Kliniken Düsseldorf und Essen

„Qualität der Pflege hat keine ökonomische Relevanz“

An den Unikliniken in Düsseldorf und Essen ist schon seit Wochen ein Teil des Krankenhauspersonals unbefristet im Streik. Deshalb können an beiden Häusern erheblich weniger Patienten aufgenommen und behandelt werden. Die Lokalzeit Düsseldorf des WDR hat zu den Hintergründen Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan des Hochschulbereichs Gesundheit und Soziales an der FOM Hochschule, befragt: „Die Gewerkschaft Verdi ist an beiden Unikliniken bestens organisiert, hat dort viele Mitglieder unter den Pflegern“, so der Gesundheitsexperte im WDR. „Ich halte das für ein politisches Thema, weil die Unikliniken im Vergleich zu kleineren Krankenhäusern bezüglich Personal eigentlich gut ausgestattet sind.“

Als Experte beim WDR gefragt: Prof. Dr. David Matusiewicz (Foto: FOM)

Und doch sei der Pflegermangel bundesweit seit rund 20 Jahren ein Problem. „Kliniken haben zu wenig Geld für die Pflege“, so der Gesundheitsexperte der FOM im WDR. Das Problem sei hausgemacht. Die sogenannte Fallpauschale, ein für jeden behandelten Patienten festgelegter Satz, müsse beispielsweise reichen für eine Operation und die gesamte Pflege danach.

Matusiewicz: „Je besser Krankenhäuser kalkulieren und je weniger Personal sie einsetzen, umso geringer wird die Pauschale für die Zeit danach. Man optimiert sich quasi nach unten.“

Problematisch sei es zudem, dass bei den Berechnungen der Pauschale die Pflegekosten kaum eine Rolle spielten. „Qualität der Pflege hat keine ökonomische Relevanz“, sagt Matusiewicz. Solange das so bleibe, subventionieren Krankenhäuser die Bauten und Technik durch eingesparte Personalkosten in der Pflege.