• FOM
  • 2018
  • August
  • Experten fordern: Versorgungsstrukturen überdenken
17.08.2018 | Frankfurt a. M.

FOM Gesundheitsforum „Zwei-Klassen-Medizin?“

Experten fordern: Versorgungsstrukturen überdenken

Ob gesetzlich oder privat versichert – Unterschiede in der medizinischen Versorgung gebe es in Deutschland nicht, da waren sich die Experten beim FOM Gesundheitsforum zur „Zwei-Klassen-Medizin“ einig. „Vielmehr liegen in Service- und Zusatzleistungen, Chefarztbehandlung oder den Wartezeiten die von Patienten angemahnte Ungleichbehandlungen“, resümierte Prof. Dr. Marcel Konrad, Experte für Gesundheits- und Sozialmanagement, die angeregte Diskussion. Die Experten-Runde an der FOM Hochschule in Frankfurt forderte einhellig, die Versorgungsstrukturen zu überdenken, um Engpässe zu verhindern. So sei die ärztliche Versorgung in einigen Regionen nicht ausreichend abgebildet und eine ernsthafte gesellschaftliche Diskussion nötig.

Gesundheitsforum FOM Frankfurt Experte Dr. Stefan Beyer
Dr. Stefan Beyer: „Das Patientenwohl darf niemals an Preisen und Kosten festgemacht werden". (Foto: FOM)

„Dualität ist der beste Schutz vor eine Zwei-Klassen-Medizin.“ Verena Finkenstädt, Verband der Privaten Krankenversicherungen e. V., wies auf die Vorteile eines dualen Gesundheitssystems hin. Sie sieht in einem Einheitssystem, wie beispielsweise bei einer Bürgerversicherung, die Gefahr, dass Leistungen auf ein Minimum reduziert und vereinheitlicht werden und sich teure Zusatzleistungen herausbilden.

>> Vortrag von Verena Finkenstädt zum Download >>

„Das Patientenwohl darf niemals an Preisen und Kosten festgemacht werden“, betonte Dr. Stefan Beyer, FOM Dozent und Geschäftsführer der Vital-Kliniken GmbH. Dennoch dürfe der betriebswirtschaftliche Fokus nicht aus dem Fokus geraten.

>> Vortrag von Dr. Stefan Beyer zum Download >>

Sötkin Geitner, DAK Hessen, sprach aus Sicht der Gesetzlichen Krankenversicherer (GKV) über die langen Wartezeiten, die das Gefühl der Ungleichheit verstärkten: Zu viele Patienten gingen beispielsweise mit unspezifischen Rückenschmerzen ins Krankenhaus, wobei ein Facharzt der Experte für eine solche Diagnose sei. Nur 50% der Versicherten seien in der Lage, sich in dem intransparenten Gesundheitssystem zurechtzufinden, der anderen Hälfte fehle es an Gesundheitskompetenz. „Genau diese aber muss gefördert werden, damit das Gesundheitssystem effektiv genutzt werden kann“, so Geitner.

>> Vortrag von Sötkin Geitner zum Download >>