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  • 2018
  • April
  • Mutter und Tochter lernen gemeinsam für den Bachelor
19.04.2018 | München

Ein starkes Team

Soziale Arbeit liegt ihnen im Blut: Gemeinsam lernen Mutter und Tochter für ihre Bachelor-Abschlüsse

Anika und Melanie Zähle studieren an der FOM in München
Anika Zähle (l.) studiert zusammen mit Mutter Melanie "Soziale Arbeit" an der FOM in München (Fotos: privat)

Zwischen Melanie und Anika Zähle stimmt die Chemie, das sieht man auf den ersten Blick. Beide studieren berufsbegleitend an der FOM Hochschule in München den Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit. Im Interview erzählt das Mutter-Tochter‐Duo über persönliche Chancen und Herausforderungen des gemeinsamen Studiums.

Frau Zähle, was hat Sie auf die Idee gebracht, zusammen mit Ihrer Tochter zu studieren?

Melanie Zähle: Seit ihrem Abitur arbeitet meine Tochter in einer pädagogischen Einrichtung, die sich um Jugendliche kümmert. Bei gemeinsamen Gesprächen über soziale Themen habe ich gemerkt, dass mich Sozialpädagogik sehr interessiert. Das ist genau das, was ich immer schon machen wollte. Und da meine Tochter das auch studieren wollte, haben wir beschlossen, den Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ gemeinsam anzugehen. Wir lernen zusammen, fragen uns gegenseitig ab, besprechen den Unterrichtsstoff. Auch mein Mann steht nach anfänglichem Zweifel voll hinter uns beiden und unterstützt uns, wo er nur kann.

Neigt man in einer solchen Situation nicht dazu, sich ständig zu vergleichen? Wer von Ihnen beiden ist ehrgeiziger?

Anika Zähle: Wir haben von Anfang an vereinbart, dass ein Konkurrenzkampf tabu ist. Wir lösen Konflikte im Dialog. Meine Eltern haben mir immer die Freiheit gelassen, schulisch und beruflich meinen eigenen Weg zu gehen. Auch mein Abitur wollte ich unbedingt aus eigenem Antrieb erreichen. Früher hatte ich große Prüfungsangst, was sich erst hier an der FOM gelegt hat. Ich bin freiwillig hier, ich muss nichts, ich darf. Und wenn mal eine Prüfung nicht ganz glatt läuft, kann ich sie wiederholen. Das erleichtert mir das Studieren sehr.

Sehen ihre berufliche Zukunft im sozialen Bereich: Anika und Melanie Zähle
Sehen ihre berufliche Zukunft im sozialen Bereich: Anika und Melanie Zähle

Fällt es gemeinsam leichter, konsequent alle Vorlesungen zu besuchen?

Melanie Zähle: Damit haben wir beide kein Problem, sonst hätten wir ein Fernstudium wählen können. Wir haben uns aber bewusst für das Präsenzstudium entschieden, um vom Austausch mit den Kommilitonen zu profitieren. Ich will keine einzige Vorlesung verpassen! Schließlich ist es viel mühsamer, sich den Stoff eigenständig anzueignen – ohne die Chance, Rückfragen zu stellen. Einige der Professoren gestalten selbst theoretische Module wie z. B. „Recht in der Sozialen Arbeit“ durch lebendige Diskussionen und spannende Präsentationen so, dass sie trotzdem viel Spaß machen. 

Anika Zähle: Im ersten Semester hat uns besonders das Modul „Einführung in die Soziale Arbeit“ begeistert. Ebenso, wie der Generationenaustausch im Hörsaal. Meine Mama ist ja nicht die Einzige im Studium, die älter ist als ich. Für mich ist es sehr lehrreich, bei Diskussionen auch die „reifere“ Perspektive zu erleben. Gerade Kommilitonen mit mehr Lebenserfahrung können enorm viel beitragen zu den Vorlesungen. Das ermöglicht einen ganz besonderen Austausch auf hohem Niveau.

Haben Sie ähnliche Ziele oder unterscheiden Sie sich darin grundlegend?

Melanie Zähle: Vor dem Studium habe ich mir sehr genau überlegt, ob ich das wirklich machen will. Ich möchte mich beim Kriseninterventionsteam München bewerben und dann sehe ich einfach weiter. Ich brauche dieses Gefühl von Freiheit, indem ich meine Zukunft offen halte und nicht alles komplett durchplane.

Anika Zähle: Meine eigenen Ziele sind etwas anders. Ich habe meinen Traumberuf als Mitarbeiterin auf dem Schafflerhof, einer jugendpädagogischen Naturstation mit Pferdeprogrammen des Echo e. V., schon gefunden. Hier kann ich Hobby und Beruf vereinen. Aber mit dem Bachelor in der Tasche eröffne ich mir die Chance, später in eine leitende Position zu wechseln und natürlich dadurch auch mehr zu verdienen.