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09.04.2018 | Dortmund

Vom Wirtschaftsrecht-Studium zum Abenteuer-Spiel

FOM Absolvent Jens Gescher macht mit Escape Room in Dortmund Furore

Jura-Studium in Würzburg an der Julius-Maximilians-Universität, anschließend Wirtschaftsrecht-Studium an der FOM Hochschule in Dortmund. Bis hierhin lässt nichts darauf schließen, dass den 27-jährige Jens Gescher später zusammen mit drei Freunden auf die Idee kommt, den ersten sogenannten „Escape Room“ in Dortmund ins Leben zu rufen. Wir haben den Mit-Gründer von Key&Free Dortmund zum Interview getroffen.

FOM Absolvent Jens Gescher startet durch (Foto: privat)

Was steckt hinter dem Konzept von Key&Free?

Wir bieten sogenannte Live Escape Games an. Das sind grob gesagt, Rätsel, die man als Team versucht, in einer bestimmten Zeit und zu einer bestimmten Thematik zu lösen. Maximal 60 Minuten hat das Team Zeit, Lösungen zu finden und sich aus dem „Raum“ zu befreien. Dazu müssen die Teams im Raum nach Hinweisen suchen und verschiedene Rätsel oder Rechenaufgaben lösen. Es geht darum, etwas Aufregendes zu erleben. Die Teilnehmer müssen ihren Kopf einschalten und entfliehen so für eine Stunde aus dem Alltag.

Wie haben Sie das Spiel dann für sich entdeckt?

Von „Escape Rooms“ habe ich in meinem Auslandssemester in Asien zum ersten Mal gehört. Das war 2012 und somit sehr früh, wenn man bedenkt, dass der erste Escape Room in Deutschland erst 2013 aufgemacht hat. Ich war total begeistert und dachte mir damals schon, das wäre auch etwas für Dortmund. Ich hatte aber noch keinen konkreten Ansatz, zumal mir auch die wirtschaftlichen Kenntnisse fehlten.

Da half dann das Studium an der FOM?

Ja, genau. Wir mussten bei Prof. Dr. Christian Hose einen eigenen Business-Plan entwerfen. Es musste also eine konkrete Idee her, an der wir uns abarbeiten konnten. Und dabei habe ich das Thema Escape Rooms bearbeitet und entwickelt. Mein Wunsch zur Selbstständigkeit entwickelte sich ziemlich schnell parallel zu meinem Studium an der FOM. Und dann 2015 haben meine Freunde und ich gesagt, wir packen das an.

Wie sind Sie überhaupt zur FOM gekommen?

Nach dem Abitur wollte ich wie so viele erst einmal ins Ausland. Danach habe ich ein Jura-Studium begonnen, aber schnell festgestellt, dass das nicht mein Ding ist. Ich hatte aber auch schon viele Prüfungsleistungen bestanden und wollte nicht auf alles verzichten. Da ich intensiver in den wirtschaftlichen Bereich einsteigen wollte, kam mir das Studienangebot der FOM sehr entgegen. Mir wurde ein großer Teil der Leistungen aus dem Jura-Studium angerechnet und mit dem Studiengang Wirtschaftsrecht passte die Mischung aus Wirtschaft und Recht zu 100 Prozent.

Wie ist die Gründung dann schließlich abgelaufen?

Wir waren zunächst zu zweit und haben schnell gemerkt, alleine werden wir das nicht stemmen können. Also holten wir noch zwei Mitstreiter ins Boot und machten uns an die Arbeit: Business-Plan erstellen, kalkulieren, wie viele Buchungen müsste man haben, wie teuer darf eine Immobilie sein. Die Immobiliensuche gestaltete sich schwierig, weil potenzielle Vermieter mit unserer Idee überhaupt nichts anfangen konnten. Viele vermuteten bei „Escape Room“ zunächst einen erotischen Hintergrund.  

Wie gut konnten Sie von der Kombination aus Studium und Selbstständigkeit profitieren?

Sehr gut. Es war aber auch kein Zuckerschlecken. Ich habe tagsüber an der Thesis gesessen, recherchiert, Quellen herausgesucht, Texte geschrieben und abends bin ich dann ins Geschäft gefahren und habe mich da um verschiedene wichtige Dinge gekümmert: Gespräche mit der Bank, Werbung mit Kunden und einiges mehr. Aber, im Rahmen meiner Bachelor-Arbeit habe ich mit Themen beschäftigt, die ich dann im beruflichen Alltag wieder nutzen konnte. Das passte sehr gut.

Gab es sonst noch etwas aus dem Studium an der FOM, das Ihnen geholfen hat?

Sicherlich der Austausch mit den anderen Studierenden, die ja auch alle berufstätig sind. Andere Perspektiven und Ansichten zu bekommen - das hat mir oft geholfen. Und ich habe viel Fachwissen hinzugewonnen. Ganz konkret: Als mir der Notar eine GbR vorgeschlagen hat, wusste ich sofort, was für Konsequenzen das hat und was zu bedenken ist.

Was würden Sie unseren Studierenden mit auf den Weg geben, die auch über Selbstständigkeit nachdenken?

Mut, nicht von Rückschlägen abschrecken lassen, realistisch an die Sache herangehen – das sind ganz wichtige Punkte. Und Familie und Freunde sollten im besten Fall mithelfen. Die haben uns zum Beispiel sehr unterstützt und über Mund zu Mund-Propaganda Werbung für uns gemacht.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Für unser Unternehmen schauen wir eigentlich immer für fünf Jahre in die Zukunft. Wie entwickelt sich der Markt, welche Innovationen gibt es und wo wollen wir unser Unternehmen hinführen? Das sind Fragen, die wir uns regelmäßig stellen.

Ich persönlich möchte gerne noch meinen Master machen. Nach meinen positiven Erfahrungen mit dem Bachelor-Studium gerne wieder an der FOM.