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16.04.2018 | Bremen

Barbara Baratie vermittelt Führungskompetenz

Identifikation mit dem Unternehmen ist Chefsache

Welchen Stellenwert gute Mitarbeiterführung einnimmt, belegt folgende Statistik: Jährlich entstehen in deutschen Unternehmen finanzielle Schäden in Höhe von insgesamt 123 Milliarden Euro – aufgrund mangelnder Motivation von Mitarbeitenden. Der Grund für diese schwindelerregend hohe Summe ist nach Ansicht der FOM Dozentin Barbara Baratie mangelnde Wertschätzung, die viele Führungskräfte ihren Angestellten entgegenbringen. Wie es gelingt, Mitarbeiter im Sinne des unternehmerischen Erfolges zu motivieren, verriet sie im Rahmen der Sonderveranstaltung „Wertschätzende Mitarbeiterführung“ an der FOM Hochschule in Bremen.

Barbara Baratie, Unternehmensberaterin und FOM Dozentin, unterstützt Führungskräfte dabei Mitarbeiter stärker an das Unternehmen zu binden. (Foto: FOM Hochschule / Martin Rospek)
Barbara Baratie, Unternehmensberaterin und FOM Dozentin, unterstützt Führungskräfte dabei Mitarbeiter stärker an das Unternehmen zu binden. (Foto: FOM Hochschule / Martin Rospek)

Im Durchschnitt ist jeder fünfte Mitarbeiter in deutschen Unternehmen ein Low-Performer – jemand, der emotional nicht mehr an seinen Arbeitgeber und das dazugehörige Kerngeschäft gebunden ist. „Dieser Kollege hat gedanklich schon vor zwei Wochen gekündigt. Und unter dieser Einstellung leiden allgemeine Ziele enorm“, erklärt Barbara Baratie den knapp 60 Führungskräften an der Linzer Straße. Die Verantwortung liegt laut der Unternehmensberaterin allerdings nicht bei den Angestellten: „49 Prozent aller deutschen Führungskräfte demotvieren. An vielen Stellen sitzen echte Nieten“.

„Anleitung zur Demotivation Ihrer Mitarbeiter“ lautet die Überschrift des Papiers, das Barbara Baratie daraufin durch die Sitzreihen reichen lässt. „Geben Sie Ihre Fehler auf keinen Fall zu“, „Reagieren Sie gereizt auf Kritik“ und „Seien Sie kein Vorbild“ lauten einige der Vorschläge. „Es gibt mit Sicherheit Punkte, die auf Ihr Verhalten zutreffen“, sagt sie und blickt wissend in die Runde. Motivierende Mitarbeiterführung sei zwar harte Arbeit, aber kein Hexenwerk. Wer sich aus der Führungsposition heraus an grundlegende Prinzipien des achtungsvollen Miteinanders hält, trage schon eine Menge zu einem gesunden Unternehmensklima bei.

Barbara Baratie sei davon überzeugt, dass es den perfekten Führungsstil gar nicht gibt: „Es ist wichtig, situativ zu führen und sich den Mitarbeitern anzupassen“. Der Fokus sollte vielmehr auf einem respektvollen Umgang liegen, als auf bedingungslosen Profit. Denn Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, identifizieren sich laut Baratie stark mit dem Arbeitgeber und bringen ihre Qualitäten in vollem Umfang ein. Eine Maßnahme können Mitarbeitergespräche sein: „Geben Sie Ihren Mitarbeitern auch die Gelegenheit Sie zu kritiseren oder konkrete Wünsche zu äußern. Das schafft Vertrauen“, resümiert sie und ergänzt: „Ist der Respekt vorhanden, kommt der Erfolg von ganz alleine“.