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20.09.2017 | Essen

Personaler diskutierten bei der FOM Ausbilderkonferenz

Für und Wider der Digitalisierung

Prof. Dr. Christian Rüttgers bei der FOM Ausbilderkonferenz (Foto: FOM)

Qualifizierte Nachwuchskräfte zu finden und sie langfristig zu binden – damit sichern sich Unternehmen eine der wichtigsten Ressourcen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auf der Suche nach den passenden Kandidaten müssen Personaler wissen, was die junge Generation bei der Gestaltung ihrer beruflichen und persönlichen Laufbahn beeinflusst. Rund 50 Personalverantwortliche aus dem Ruhrgebiet informierten sich jetzt bei der FOM Ausbilderkonferenz in Essen über Auswirkungen der Digitalisierung auf wichtige Bereiche in Unternehmen. Unter anderem ging es um die Einflüsse auf Mitarbeiterbindung, Arbeitszufriedenheit und Work-Life-Balance.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Anja Seng, Hochschulbereichsleitung Duales Studium an der FOM, und Franz Roggemann, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK zu Essen, stellte Prof. Dr. Christian Rüttgers, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor des ipo Institut für Personal & Organisationsforschung an der FOM, die Ergebnisse seines aktuellen Forschungsprojekts DIGITRANS vor. „Unsere Forschungen zeigen, dass bei den jungen Beschäftigten mit einer höheren Nutzungsintensität von mobilen Arbeitsgeräten ein starkes Gefühl der Arbeitsflexibilität entsteht. Daraus ergeben sich höhere Ausprägungen von emotionaler Bindung und Arbeitszufriedenheit“, so Rüttgers. Allerdings bestünden auch Risiken mit Blick auf die Work-Life-Balance, zum Beispiel in einem Gefühl der ständigen Erreichbarkeit.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit den Personalverantwortlichen drehte sich vieles um die Rolle der Führungskräfte, wenn es darum geht, sich mit den veränderten Arbeitsstrukturen anzufreunden. „Den Willen und die Bereitschaft zur Veränderung müssen wir schon voraussetzen“, betonte Rüttgers. „Um gute Leute aus der Zielgruppe der jungen Generation zu akquirieren und zu binden, müssen die Voraussetzungen für sie stimmen.“

Prof. Dr. Anja Seng findet eine gesunde Balance sehr wichtig: „Digitalisierung ist nicht alles“, sagte Seng. „Der persönliche Kontakt bleibt wichtig, sowohl bei der Gewinnung der jungen Menschen als auch im beruflichen Alltag.“ In Zeiten dynamisch wachsender Informationen sei es wichtig, eine klare Orientierung zu geben und einen individuellen Austausch zu ermöglichen. „Digitale Informations- und Kommunikationsinstrumente ermöglichen neue Kanäle, ersetzen aber bis auf weiteres nicht den persönlichen Kontakt“, betonte Seng und gab damit eine bei der Ausbilderkonferenz oft geäußerte Ansicht der Personaler wieder.