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20.09.2017 | Frankfurt a. M.

Lösungsansätze beim 16. VM FOruM über Wertschaffung in Deutschland

Für erfolgreiche Bildung 4.0 braucht es einen gesellschaftlichen Konsens

Bereits zum 16. Mal fand das VM FOruM statt, Thema diesmal: "Bildung 4.0" (Foto: Ernst Stratmann)

Um den Herausforderungen der Digitalisierung und der intelligenten Systeme gewachsen zu sein, braucht Deutschland kluge, kreative und innovative Köpfe, die technologische Entwicklungen voranbringen und sich in einer immer komplexeren Arbeitswelt erfolgreich zurechtfinden. Dass in Bildung mehr investiert werden müsse, dass Digitalisierung in Schule und Hochschule unterrichtet werden sollte, dass es nicht so weitergehen könne wie bisher – darin waren sich die Referenten des 16. Value Management FOruMs an der FOM Hochschule Frankfurt einig. Konkrete Vorschläge und Lösungsansätze brachten Nicola Beer, Generalsekretärin der FDP, Dr. Daniel C. Schmid, Vorstand der MHK Group, und der Rektor der FOM Hochschule, Prof. Dr. Burghard Hermeier, in die intensive Diskussion mit den fast 70 Gästen ein.

V.l.n.r.: Gesamt-Geschäftsstellenleiter FOM in Frankfurt Dipl.-Oec. Felix von Dobschütz, Dr. Daniel C. Schmid, Vorstand der MHK Group, Nicola Beer, Generalsekretärin der FDP, und der Rektor der FOM Hochschule, Prof. Dr. Burghard Hermeier. (Foto: Bürkle/FOM)

Eine Bildungsrevolution, hinter der die gesamte Gesellschaft steht, forderte Nicola Beer. Für die Landtagsabgeordnete und ehemalige hessische Kultusministerin bedeutet dies höhere Investitionen von der frühkindlichen Bildung an, über die Schule bis hin zum lebenslangen Lernen. Dies sei nur möglich, wenn langfristig, über Legislaturperioden hinaus, Ziele festgelegt, Lehrpläne verändert und Ausbildungen reformiert werden und die Bezahlung von Pädagogen leistungsbezogen angepasst werde. Beer verglich diese gesellschaftliche Anstrengung mit dem Mondprogramm der US-Regierung in den 60er Jahren: „Wenn wir heute entscheiden, wohin der Weg geht, und dann die notwendigen Schritte einleiten, können wir es schaffen.“

Bildung sei schon jetzt ein Engpass-Faktor für den Wohlstand in Deutschland. Denn schon heute sei der Fachkräftemangel stark zu spüren, berichtet Dr. Daniel C. Schmid. Auch in der MHK-Group, mit 500 Mitarbeitern und 46 offenen Stellen, könnten einige Projekte nicht wie geplant zeitnah umgesetzt werden. Schmid forderte, Wettbewerbsmechanismen in den Bildungssektor aufzunehmen: „Wenn auch private Schulen zu 100 Prozent öffentlich gefördert werden und Eltern frei wählen können, welchem System sie ihre Kinder anvertrauen, dann wird die Nachfrage die Qualität der Lehre voranbringen.“ Länder wie Norwegen, die sich diesem Wettbewerb stellten, seien sehr erfolgreich in Sachen innovativer Bildung.

Prof. Dr. Burghard Hermeier betonte die Rolle der Hochschulen als Impulsgeber der Wirtschaft. Um die Herausforderungen von Industrie 4.0 in Chancen zu verwandeln, müssten die Durchlässigkeit der Bildungswege und die dualen Formate weiter ausgebaut werden. So könne es gelingen, auch ältere oder bildungsferne Menschen erfolgreich zu integrieren. Wichtig sei auch, die Grundlagen der Digitalisierung von Anfang an zu unterrichten und die Studienprogramme entsprechend anzupassen. „Damit haben wir an der FOM Hochschule bereits angefangen, denn wir möchten, dass unsere Studierenden verstehen, wie Algorithmen funktionieren, wie intelligente Systeme arbeiten und wie man damit erfolgreich arbeiten und sein Leben gestalten kann.“ Beim anschließenden Netzwerken wurden die gezeigten Lösungsansätze intensiv weiter diskutiert.

Das Value Management Forum fand Mitte September an der FOM Hochschule in Frankfurt statt. Prof. Dr. Jochen Vogel, Gründer und CEO, VM Value Management GmbH, lehrt an der FOM und hat die Konferenz-Reihe 2012 mit bisher mehr als 1.000 Teilnehmern ins Leben gerufen.