04.10.2017 | Nürnberg

So können Unternehmen den eigenen Nachwuchs sichern

Duales Studium: Rechte und Pflichten

Prof. Dr. Rolf Otto Seeling
Prof. Dr. Rolf Otto Seeling (Foto: FOM)

Laut einer aktuellen Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) absolvieren derzeit über 100.000 junge Menschen in Deutschland ein Duales Studium. Für Unternehmen eine exzellente Chance, ihren Führungskräftenachwuchs zu sichern. Beim 16. Arbeitsrechtlichen Frühstück an der FOM Hochschule in Nürnberg klärte Prof. Dr. Rolf Otto Seeling darüber auf, welche Modelle, Rechten und Pflichten es für Unternehmen beim Dualen Studium gibt.

Prof. Dr. Rolf Otto Seeling ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei THORWART und Professor an der FOM in Nürnberg. In seinem Vortrag machte er deutlich, welche Vorteile ein Duales Studium für Arbeitgeber und Studierende hat. Die Firmen erhielten hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bestens mit den betrieblichen Abläufen vertraut seien und eine hohe Bindung an das Unternehmen aufwiesen, so Seeling. Machbar sei das Duale Studium in verschiedenen Modellen, entsprechende Möglichkeiten biete auch die FOM Hochschule mit ihren Studiengängen.

Im Hinblick auf die verschiedenen möglichen Beschäftigungsarten während des Studiums gab der Arbeitsrechtler den Unternehmen einen konkreten Rat: Wer als Arbeitgeber einen Kandidaten zur Probe arbeiten lassen wolle, um ihn im Alltag zu erleben, solle einen Vertrag über ein oder zwei Wochen abschließen und für die geleistete Arbeit auch bezahlen. So befinde man sich auf der sicheren Seite. Anschließend erläuterte der Experte, wie die Vertragsgestaltung während der Studienphase aussehen kann und wie die rechtlichen Beziehungen zwischen Studierenden und Unternehmen geregelt sind. Die Teilnehmenden erfuhren, wann das Berufsbildungsgesetz (BBiG) zur Geltung kommt, wann es keine Anwendung findet und welche Rolle das Mindestlohngesetz (MiLoG) spielt. Zudem gab es steuer- und sozialversicherungsrechtliche Hinweise.

Bindungsklauseln korrekt gestalten

Auch das Thema „Bindungsklausel“ wurde angesprochen. Prof. Seeling: „Die Bindungsdauer muss in einem adäquaten Verhältnis zum geldwerten Vorteil stehen, den die Studierenden erlangt haben. Dies bemisst sich nach der Dauer der Ausbildungsmaßnahme sowie an der Güte der erworbenen Qualifikation.“ Konkret könne ein Unternehmen eine Person, die mehr als zwei Jahre lang studiert hat, bis zu fünf Jahre vertraglich an sich binden.