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04.10.2017 | Essen

Dr. Leon Windscheid an der FOM in Essen

Die Psychologie im Alltag oder wie man bei Günther Jauch zum Millionen-Gewinner wird

Vor knapp zwei Jahren hat er bei Günther Jauch für Aufsehen gesorgt. Leon Windscheid aus Solingen räumte bei „Wer wird Millionär“ groß ab und gewann 1 Million Euro. Von dem Gewinn kaufte er unter anderem ein altes Schiff, baute es um, ließ es von Günther Jauch auf den Namen „MS Günther“ taufen und verdient seitdem damit Geld als Event-Unternehmer. Wie er es zur RTL-Million schaffen konnte, hat Windscheid jetzt vor knapp 200 Studierenden der FOM in Essen erklärt. 

Millionen-Gewinner Dr. Leon Windscheid füllte den FOM Hörsaal (Foto: FOM)

Ein starkes Allgemeinwissen schade nicht, sagte der 28-Jährige. Entscheidend sei aber auch, als Kandidat die Nerven zu behalten. Knapp drei Monate lang hat sich der promovierte Wirtschaftspsychologe auf die Sendung vorbereitet: „Intensiv habe ich Duden- und Wikipedia-Listen durchgearbeitet“, so Windscheid. „Viel wichtiger aber war es noch, dass es mir mit Hilfe der Expositionstechnik gelungen ist, meine Angst des Scheiterns bei Günther Jauch zu besiegen.“ Dabei gehe es darum, Angst durch die Vorbereitung auf bestimmte Ausnahmesituationen kennenzulernen.

Der Unterhosentrick habe dabei sehr geholfen: „Ich habe mich nur in Unterhose auf einen Schreibtischstuhl in unserer WG gesetzt“, erzählte der 28-Jährige. „Meine Freunde um mich herum haben mich angestarrt und ich musste dann ihre Fragen beantworten. So haben wir eine Ausnahmesituation im Fernsehstudio nachgestellt.“ Mit Erfolg. In der Sendung sei er entspannter gewesen, weil er das ungewohnte Gefühl nun schon kannte und damit umgehen konnte.

Der „Wer wird Millionär“-Gewinner gründete schon als Schüler sein erstes Unternehmen. Für seine Doktorarbeit forschte er gemeinsam mit international angesehenen Psychologen aus der ganzen Welt und veröffentlichte in den USA verschiedene Studien. Vor den Studierenden sprach er nicht nur über die Bedeutung von Emotionen und Angst, Thema war auch die gefährliche Smartphone-Nutzung. Menschen seien Herdentiere und wollen sozial verbunden sein. Darum sei es für viele so kompliziert, das Handy auch mal wegzulassen. „Aber“, so Windscheid, „die empfundene soziale Bindung ist beim Smartphone deutlich höher als die tatsächlich vorhandene Bindung.“

Nach Stationen in Frankreich, Spanien und der Türkei lebt Leon Windscheid jetzt in Münster und Berlin. In diesem Jahr erschien sein erstes Buch „Das Geheimnis der Psyche – Wie man bei Günther Jauch eine Million gewinnt und andere Wege, die Nerven zu behalten“.