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14.11.2017 | Hannover

3. FOM Ausbilderkonferenz in Hannover

Mobil macht attraktiv: neue Wege der Mitarbeitergewinnung und -bindung

Prof. Dr. Christian Rüttgers bei der Ausbilderkonferenz in Hannover (Foto: FOM)
Prof. Dr. Christian Rüttgers bei der Ausbilderkonferenz in Hannover (Foto: FOM)

Mit der digitalen Transformation verändert sich die Erwartungshaltung der Berufseinsteiger. Junge Beschäftigte möchten die Möglichkeiten mobiler Arbeitsgeräte nutzen, um Privat- und Berufsleben besser miteinander zu vereinbaren. Darauf werden sich Behörden und Unternehmen einstellen müssen, wenn sie für den Nachwuchs attraktiver werden wollen, so das Fazit von Prof. Dr. Christian Rüttgers auf der 3. FOM Ausbilderkonferenz in Hannover.

Knapp zwei Dutzend Personaler diskutierten bei der Veranstaltung von FOM und AGA Norddeutscher Unternehmensverband intensiv über die Ergebnisse des Forschungsprojektes DIGITRANS, die Rüttgers zusammen mit Katharina Hochgürtel zusammengetragen hatte.

„Die Unternehmen spüren, dass sich etwas grundlegend verändert, und suchen nach Möglichkeiten, darauf möglichst effektiv zu reagieren. Dafür haben wir mit der FOM Ausbilderkonferenz eine zugkräftige Plattform angeboten“, kommentierte Dr. Dania Recker die hohe Teilnehmerzahl. Die Geschäftsleiterin der FOM in Hannover hatte die Konferenz gemeinsam mit Philipp Neddermeyer, AGA-Landesgeschäftsführer Niedersachsen eröffnet. Denn viele Behörden und Firmen tun sich schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden und dauerhaft an sich zu binden. „Da stellt sich die Frage: Was ist den Berufseinsteigern, vor allem den kommenden Azubis, wirklich wichtig?“, fragte Rüttgers. Der FOM Professor und stellvertretende Direktor des ipo – Institut für Personal- & Organisationsforschung der FOM hat die Unternehmen im Blick, die in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels den Nachwuchs umgarnen möchten.

„Unsere Forschungen zeigen, dass mobile Arbeitsgeräte wie Smartphone und Tablet dazu beitragen, das Gefühl von Arbeitsflexibilität zu stärken, welches Berufseinsteigern heute so wichtig ist“, sagte er. Unternehmen sollten daher überlegen, das gelegentliche mobile Arbeiten von zuhause aus zu ermöglichen. „Das schafft Flexibilität, wenn das Kind krank ist oder ein Handwerker kommt.“ Und selbst wenn bei spontaner Heimarbeit nicht auf alle Daten zugegriffen werden könne, ließen sich viele Dinge schon durch simplen E-Mail-Zugriff via Smartphone regeln.

„Mehr Flexibilität erhöht allerdings auch die Verantwortung der Firmen, da ständige Erreichbarkeit ein Stressfaktor werden kann“, betonte Rüttgers und verwies auf das Verhalten der Führungskräfte, das ohnehin der entscheidende Faktor für die emotionale Bindung und die Arbeitszufriedenheit sei. „Smartphone und Home Office können schlechte Führungsqualität nicht ausgleichen, sie können aber ein Pluspunkt bei der Gewinnung und beim Halten von Berufseinsteigern sein“, sagte der Forscher. „Wir empfehlen daher das Messen von Führungsqualität durch jährliche Mitarbeiterbefragungen und die Integration von Digitalisierungsthemen in Führungskräftetrainings.“

Reger Austausch bei der Ausbilderkonferenz (Foto: FOM)
Reger Austausch bei der Ausbilderkonferenz (Foto: FOM)