13.11.2017 | Berlin

Menschen führen, indem man sie begeistert

Mit 29 ist Eric Leipelt kaufmännischer Leiter und FOM Absolvent

„Menschen entwickeln sich nur, wenn sie in Bewegung bleiben.“ Davon ist Eric Leipelt fest überzeugt. Er selbst steckt seine Belastungsgrenze immer wieder neu fest. Den Weg zum Profifußballer bricht er mit 17 Jahren ab, zieht in eine eigene Wohnung und fängt an, in einem Hotel zu arbeiten. „Ich habe Zimmer geputzt, die Spülmaschine bedient und Treppen gefegt. Dann habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, was ich im Leben erreichen will.“

FOM Absolvent Eric Leipelt
Eric Leipelt, kaufmännischer Leiter bei Schindler Deutschland und Absolvent der FOM Hochschule in Berlin (Foto: privat)

Erst Ausbildung, dann Studium
Eric Leipelt entscheidet sich, das Abitur zu machen. Am Oberstufenzentrum Recht (OSZ) belegt er den Leistungskurs Wirtschaft und schließt das Abitur mit Auszeichnung ab. Anschließend beginnt er eine kaufmännische Ausbildung bei der Schindler Deutschland AG & Co. KG und nutzt die drei Jahre, um das Unternehmen genau kennenzulernen. Zum Ende seiner Ausbildung landet er im strategischen Controlling – seine Wunsch-Abteilung. Dort schließt er seine Ausbildung mit Auszeichnung ab und wird übernommen. Ob er denn besonders viel für die Prüfungen gelernt hätte? „Ich versuche immer, mein Bestes für das Unternehmen und die Menschen zu geben. Das ist der Schlüssel, nicht verbissenes Lernen. Das blockiert nur.“ Seine Devise, die ihn auch heute noch leitet: „Ich möchte Menschen mitnehmen, sie begeistern.“

Klare Prioritäten helfen
Nach Abschluss der Ausbildung ist es Zeit, sich ein neues Ziel zu stecken. Eric Leipelt entscheidet sich für ein berufsbegleitendes Studium an der FOM in Berlin. „Die FOM hat auf mich einen guten Eindruck gemacht, sowohl in der Außendarstellung als auch in der Beratung und bei den Probe-Vorlesungen.“ Neben dem Beruf zu studieren ist für den jungen Mann kein Zuckerschlecken, denn parallel steigt er zum Operativen Controller für die Region Berlin-Brandenburg auf und muss zwischen zwei Welten springen: einer mit Reisen verbundenen Tätigkeit und dem Studium am Abend und am Wochenende. Er setzt Prioritäten. „Man gewöhnt sich an die Belastung und das hat mich stärker gemacht. Menschen müssen sich immer wieder an Grenzen bringen.“

Mission: Menschen begeistern
Den Bachelor auf Business Administration hat der 29-Jährige schließlich 2016 in der Tasche – wieder mit Auszeichnung. Doch es ist nicht das Prädikat, das ihn motiviert, sondern vielmehr die Sinnfrage. „Ich habe mich lange damit beschäftigt, was ich kann und was für mich Sinn macht im Leben. Meine Mission ist es Menschen zu begeistern. Denn sie sind es, die heute den Unterschied in Unternehmen machen. Produkte sind vergleichbar.“

Kommunikation ist der Schlüssel
Mit dem Hochschulabschluss wird er kaufmännischer Leiter der Region Mitteldeutschland. Montags bis donnerstags arbeitet er in Frankfurt am Main, freitags in Berlin. Seine Tage beginnen früh um acht, nicht an seinem Schreibtisch, sondern mit einem Rundgang durch die Belegschaft. Die Mitarbeitenden stehen für Eric Leipelt im Mittelpunkt. Sie zu führen empfindet er nicht nur als große Herausforderung, sondern auch als große Freude und Ehre. „Der Schlüssel ist Kommunikation“, ist Eric Leipelt überzeugt „beruflich und privat. Das Pendeln ist schon eine große Belastung für eine Beziehung. Würde meine Partnerin nicht hinter mir stehen und mir den Rücken freihalten, könnte ich meinen Job nicht so gut machen.“

Bei aller Belastung sich als Mensch nicht vernachlässigen
Den persönlichen Ausgleich zu finden ist aktuell sein größtes Problem. Für Sport bleibt kaum Zeit. „Bei aller Belastung muss man darauf achten, dass man sich als Mensch nicht vernachlässigt.“ Deshalb hält er sich seine Wochenenden aktuell für Aktivitäten mit Freunden und die Familie frei. Das Master-Studium steht auch noch an, aber nicht sofort.