• FOM
  • 2017
  • Juli
  • Immer am Limit - Kai Spenner zwischen Bachelor-Studium und Kanu-WM
04.07.2017 | Essen

Immer am Limit

Kai Spenner zwischen Bachelor-Studium und Kanu-WM

Kai Spenner an der FOM in Essen (Foto: Carsten Döpp/FOM

Seit fast 20 Jahren nun schon paddelt er auf den verschiedensten Gewässern in aller Welt – und das, obwohl er am 9. Juli gerade mal erst 27 Jahre jung wird. „Kanu ist einfach ein geiler Sport“, sagt der Wahl-Essener Kai Spenner, der es schafft, Leistungssport in der Nationalmannschaft, Beruf, Studium an der FOM Hochschule und die Rolle als junger Familienvater unter einen Hut zu bekommen. „Man muss ein bisschen verrückt sein, um den Kanusport auszuüben“, meint Spenner und gibt dabei überhaupt nicht den abgedrehten crazy Typ. Im Gegenteil: Fokussiert ist er, mit klaren Zielen vor Augen und immer mit einer realistischen Einschätzung, was möglich ist – beruflich und beim Sport.

Kai Spenner arbeitet als Trainee beim Essener Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen con|energy und absolviert dazu parallel den Bachelor-Studiengang Business Administration an der FOM Hochschule in Essen. Im Oktober will er seine Abschlussarbeit einreichen - natürlich mit einem Sportthema: Spenner schreibt über Sportmarketing in Amateursportverbänden.

Als Kanute hat der bald 27-Jährige sämtliche Altersklassen durchlaufen. 2012 dann sein erster großer internationaler Erfolg. Bei der U23-Europameisterschaft holt er einmal Gold und einmal Bronze. Sein Studium an der FOM in Essen läuft zu diesem Zeitpunkt schon: „Ich war immer schon ein Praktiker“, sagt Spenner zu den Gründen, berufsbegleitend zu studieren. „Unsere Dozenten versorgen uns in den Vorlesungen mit vielen Beispielen aus der Praxis. Das kommt mir an meinem Arbeitsplatz zu Gute.“

24 Stunden in der Woche sitzt er als Trainee im Büro, etliche Vorlesungs- und Seminarstunden an der FOM kamen abends und am Wochenende in den vergangenen Jahren dazu, und bis zu vier Stunden täglich trainiert Kai Spenner. „Ist es fair meiner Familie und meiner Partnerin gegenüber, dass ich so viel Zeit in meinen Sport, in meinen Beruf stecke“, fragt sich der Kanute oft. Die Bedenken sind unbegründet. Die Familie kommt ihm entgegen, unterstützt ihn bei all seinen Plänen. „Dieser Rückhalt ist enorm wichtig. Nur so kann ich mich auf all meine Aufgaben konzentrieren.“

Für den 1,90 Meter großen Athleten von der Kanusport-Gemeinschaft Essen sind die kommenden Wochen richtungsweisend. Das nächste große sportliche Ziel ist die WM Ende August in München. Auf dem Weg dahin ist zunächst aber die Europameisterschaft Mitte Juli der Gradmesser – da muss Kai Spenner entsprechende Zeiten liefern, um sich zu qualifizieren. „Ja, klar. Der Druck ist da“, sagt er, sieht seit gut drei Monaten vieles aber deutlich entspannter. Im März wurde sein Sohn geboren. „Ich bin ein stolzer Papa und ziehe aus diesem Familienglück unglaublich viel Motivation, aber auch Gelassenheit"

Kai Spenner geht die kleinen, gezielten Schritte, um sich weiterzuentwickeln. Zum Einen im Sport: „Die Olympischen Spiele 2020 sind sicherlich ein großes Ziel“, schaut Spenner nach vorne. „Ob eine Teilnahme realistisch ist, kann ich jetzt noch überhaupt nicht einschätzen.“ Zum Anderen bei der beruflichen Karriere: „Ich werde nach dem Bachelor-Studium an der FOM in jedem Fall noch ein Master-Studium in Angriff nehmen, um meine Karrierechancen zu verbessern.“ Er geht eben immer ans Limit.  

Kai Spenner im Nationalmannschafts-Kanu (Foto: Eberhard Thonfeld)