07.08.2017 | Augsburg

Krankenhaus Friedberg: Pflegerische Leiterin der Notaufnahme studiert berufsbegleitend an der FOM Hochschule

Von der Ambulanz in den Hörsaal

Veronika Köpf
Veronika Köpf studiert Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM in Augsburg (Foto: FOM)

Endlich sitzen und lernen, statt ständig hin und her zu hetzen. „Das mag ich am Studieren“, sagt Veronika Köpf und lacht. Die Krankenschwester studiert berufsbegleitend im vierten Semester „Gesundheits- und Sozialmanagement“ an der FOM Hochschule in Augsburg. Was für ihre Kommilitonen manchmal eher anstrengend ist, erlebt die 37-Jährige als willkommene Abwechslung: sitzen und zuhören. Denn tagsüber ist sie als Leiterin der Notaufnahme im Friedberger Krankenhaus immer unter Druck. 50 bis 90 Patienten versorgen sie und ihre Kollegen und Kolleginnen jeden Tag: Herzinfarkte, Verletzungen, Blutungen, Brüche. Stress pur. Da kommen ihr die Vorlesungen oft wie ein Spaziergang vor.

Studieren ohne Abitur

Veronika Köpf machte nach ihrem Realschulabschluss eine Lehre zur Krankenschwester. Später absolvierte sie eine Weiterbildung zur „Pain nurse“ und erwarb Fachkompetenzen im pflegerischen Schmerzmanagement. Mit diesem Wissen arbeitete sie zunächst auf der Entbindungsstation, später dann in der Notaufnahme. Als die Leiterin dort schwanger wurde, übernahm Veronika Köpf ihre Stelle – und ihre Verantwortung. Ihr Chef riet ihr zu einem Studium. „Ich habe doch gar kein Abitur“, war Köpfs erster Gedanke. Der Geschäftsführer wusste, dass ein Studium mit entsprechender Qualifikation auch ohne Abitur möglich ist. Veronika Köpf nahm diesen Gedanken auf und suchte im Internet nach einem passenden Studiengang. Der war schnell gefunden: Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM Hochschule in Augsburg. Der Weg dorthin ist kurz, das Zeitmodell für ihren Job optimal und die Studieninhalte wie maßgeschneidert für ihre neue Herausforderung als Leiterin der Notaufnahme.

Gemeinsam geht es viel besser

Seit vier Semestern pendelt die Krankenschwester mehrmals in der Woche nach Augsburg. Manchmal sei es hart, den anstrengenden Job und das Studium unter einen Hut zu bringen. Obwohl sie ihren Dienstplan selbst schreibt, ist persönliches Zeitmanagement für Veronika Köpf oft eine Herausforderung. 120 bis 160 Stunden im Monat arbeitet die gebürtige Affingerin in der Notaufnahme, dreimal in der Woche abends und alle zwei Wochen samstags besucht sie mit ihren Kommilitonen die Vorlesungen an der FOM. „Gemeinsam geht alles viel besser“, so Köpf. „Wir helfen uns untereinander, treffen uns zum Lernen und motivieren uns gegenseitig.“ Nicht jede Lehrveranstaltung fällt ihr leicht. „Besonders übel sind Finanzmathematik und Rechnungswesen“, sagt sie schmunzelnd. Am meisten liegen ihr angewandte Themen wie „Medizinische Terminologie“ und „Projektmanagement im Gesundheits- und Sozialwesen“.

Sport zum Ausgleich

Zum Ausgleich geht Veronika Köpf joggen. „Das ist schnell erledigt und es hilft, den Kopf frei zu bekommen.“ Wenn etwas mehr Zeit ist, setzt sie sich auf ihr Rennrad. In 1,5 Jahren möchte Veronika Köpf ihren Bachelor-Abschluss in der Tasche haben. Sie liebt ihren Job. „Aber ich kann mir nicht vorstellen, bis zur Rente in der Notaufnahme zu arbeiten.“ Durch den Studienabschluss hat sie die Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren.