03.08.2017 | Bochum

FOM Vorlesung im Bochumer Bermudad3eck

Kapitalismus-Debatte bei Cola und Pils

„Wo Sonne ist, da ist auch Schatten. Das gilt auch für den Kapitalismus. Wir können froh darüber sein, dass wir auf der Sonnenseite leben.“ Auf unterhaltsame, aber keineswegs flapsige Art und Weise erläuterte FOM Dozent Martin Winkel die positiven und negativen Seiten der „Droge“ Kapitalismus. Seine Vorlesung fand diesmal aber nicht im Hörsaal des Bochumer Hochschulzentrums statt, sondern in der „Three Sixty Sportsbar“ im Bermudad3eck – im Rahmen der FOM Reihe „Kneipe statt Hörsaal“.

Die FOM Hochschule in Bochum organisierte eine kostenfreie Vorlesung in einer Bochumer Sportbar
Kneipe statt Hörsaal: Die kostenfreie Vorlesung fand öffentlich in einer Sportbar statt (Fotos: Tom Schulte/FOM)

Mehr als 50 Studierende und interessierte Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um der speziellen kostenfreien Vorlesung bei Cola und Pils zu lauschen und in die Debatte mit einzusteigen. „Mir ging es darum zu zeigen, wie die Lehre an der FOM Hochschule und an der VWA in Bochum grundsätzlich angelegt ist: konsequent praxisorientiert, immer unterstützt durch konkrete Beispiele und vor allem dialogbereit“, so Martin Winkel.

Martin Winkel, Dozent der FOM Hochschule in Bochum
FOM Dozent Martin Winkel

Warum der Kapitalismus bisweilen wie eine Droge wirkt und trotzdem funktionieren kann, beschrieb er so: „Geld ist kein positiver Wert. Vermögen auf der einen und Schulden auf der anderen Seite halten sich weltweit die Waage. Dass es den Menschen in Westeuropa so gut geht, bedeutet, dass es Menschen in anderen Teilen der Welt nicht so gut geht.“ Als Beispiel führte der Dozent das System der Lebensversicherungen an. „Die Versicherer können hierzulande nur deshalb gute drei Prozent Zinsen auf unsere Einlagen zahlen, weil sie dort, wo Kapitalbedarf herrscht, das Geld für fünf bis sieben Prozent verleihen. Dieses Kapital muss dann von Menschen in der realen Wirtschaft erarbeitet werden. Der Kapitalismus ist aber nicht von natürlichem, sondern durch den Zinseszins von exponentiellem Wachstum geprägt. Die Arbeitsleistung kann den Zinseszins irgendwann nicht mehr kompensieren. Deshalb kommt es alle 50 bis 70 Jahre dazu, dass ganze Volkswirtschaften kollabieren.“