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  • Verhaltensökonomische Studie zeigt: Beratung in der Apotheke führt zur präziseren Medikamenteneinnahme
05.04.2017

Verhaltensökonomische Studie

Beratung in der Apotheke führt zur präziseren Medikamenteneinnahme

Apothekerinnen und Apothekern kommt bei der Selbstmedikation eine besondere Rolle zu: Durch einfache Handlungsinterventionen können sie ihre Kundinnen und Kunden motivieren, Arzneimittel richtig und lange genug einzunehmen. Das ist das Ergebnis der verhaltensökonomischen Studie „Verbesserung der Therapietreue in Apotheken“ von Prof. Dr. David Matusiewicz, Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales.

Beratungssituation in einer Apotheke (Foto: Horsche/Thinkstock)
Beratungssituation in einer Apotheke (Foto: Horsche/Thinkstock)


Durchgeführt wurde die Studie mit 139 zufällig ausgewählten Kundinnen und Kunden aus insgesamt sieben Apotheken. Im Zentrum standen dabei drei verhaltensbezogene Maßnahmen: Die Apothekerin bzw. der Apotheker händigte zusätzlich zum Medikament (1) ein Merkblatt aus, ließ (2) die Patientin bzw. den Patienten den Einnahmerhythmus selber selbst aufschreiben oder motivierte (3) durch Worte. Zusätzlich zu dieser Interventions- existierte auch eine Kontrollgruppe, bei der keine Maßnahmen durchgeführt wurden. Eine Woche später wurden alle Beteiligten durch das ifgs telefonisch kontaktiert und befragt.

„85 Prozent von ihnen gaben an, keine Hilfsmittel zu nutzen, um sich an die regelmäßige Einnahme von Arzneimitteln zu erinnern“, so Prof. Dr. Matusiewicz. „Als wichtigsten Grund für die regelmäßige Einnahme von Medikamenten nannten 58 Prozent von ihnen die Beratung durch die Apothekerin bzw. den Apotheker. Ihnen kommt also eine wesentliche Bedeutung bei der Gesundheitsversorgung zu – das belegen auch die übrigen Ergebnisse.“ Ein Beispiel: Die Anzahl der vergessenen Einnahme-Tage war in der Kontrollgruppe signifikant höher als in der Interventionsgruppe. „Um allerdings herauszufinden, welche Interventionsmaßnehme zu welchem Effekt führt, sind noch weitere Forschungen notwendig“, betont der ifgs-Direktor. Es scheint jedoch plausibel, dass solche Interventionen durch den Apotheker nicht nur bei der Selbstmedikation, sondern auch bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln erfolgreich eingesetzt werden können.

Gefördert wurde die Studie durch den Karlsruher Weltmarktführer für pflanzliche Naturheilmittel, Dr. Willmar Schwabe. Zudem stand sie unter dem Patronat von Fritz Becker, dem Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbandes e.V. (DAV).  Die kompletten Ergebnisse sowie Video- und Bildmaterial ist unter www.schwabe.de/presse/fakten-express/wirkstoff-apotheker/ zu finden.