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29.11.2016 | Stuttgart

Aktuelles

Stuttgarter Gespräche: Wo die Innovationsfelder für Banken liegen

Die Anforderungen im Finanzsektor befinden sich im Wandel. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, müssen Banken mit neuen Vorgehens- und Denkweisen sowie innovativen Produktideen oder Geschäftsmodellen reagieren. An welchen Stellen Innovationen ansetzen und wie sie in der Praxis aussehen können, war Thema bei den Stuttgarter Gesprächen an der FOM Hochschule.

Die Bankbranche steht vor den Herausforderungen der Niedrigzinsphase. Zudem muss sie sich gegenüber neuen Playern im Markt behaupten und veränderten Ansprüchen seitens der Kunden, aber auch den Mitarbeitern gerecht werden. „Wer langfristig am Markt erfolgreich sein möchte, muss sich ständig neu erfinden“, so Prof. Dr. Carolin Durst, akademische Rätin am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik im Dienstleistungsbereich der FAU Erlangen-Nürnberg und Scientific Director bei der ITONICS GmbH.

Um Innovationsfelder zu finden und Entwicklungen nicht zu verpassen, sollten das Umfeld und Trends gezielt beobachtet werden. „Aber erst wenn die beobachteten Trends mit dem eigenen Unternehmen in Zusammenhang gebracht, kategorisiert und diskutiert werden, ergeben sich daraus Ansatzpunkte für strategische Innovationen“, berichtet Dr. Durst über die entscheidenden Säulen eines software-gestützten Future-Management-Systems einer global agierenden Retail-Bank.

(v.l.) Ewald Seifried, Melanie Tondera (Gesamt-Geschäftsleitung FOM Stuttgart), Daniela Lißon, Prof. Dr. Carolin Durst und Prof. Dr. Marcel Seidel. (Foto: FOM / Wilhelm Mierendorf)
(v.l.) Ewald Seifried, Melanie Tondera (Gesamt-Geschäftsleitung FOM Stuttgart), Daniela Lißon, Prof. Dr. Carolin Durst und Prof. Dr. Marcel Seidel. (Foto: FOM / Wilhelm Mierendorf)

Ein ganz anderes Handlungsfeld thematisierten Daniela Lißon, Personalreferentin und FOM Absolventin, und FOM Professor Dr. Marcel Seidel. Lißon gab zu bedenken: Lange galten Banken als seriöse Arbeitgeber mit sicheren Arbeitsplätzen. Aber sie haben an Image und Attraktivität eingebüßt, so dass auch ihnen das Problem des Fachkräftemangels droht. „Deshalb ist es auch für Banken wichtig, die Talente in den eigenen Reihen zu erkennen und zu fördern. Bewertungsinstrumente können dabei helfen, Potenziale zu identifizieren und Weiterentwicklungen sowie Nachfolgeregelungen langfristig zu planen. Dabei sollten die erbrachten Leistungen, die fachlichen Kompetenzen sowie das Potenzial eines Mitarbeiters immer im Blick sein“, so Daniela Lißon aus Erfahrung.

Ewald Seifried, Co-Gründer und Gesellschafter der BIG – Banking Innovation Group GmbH, stellte das Konzept „FiRMa – Finanzen Rundum Managen“ vor, mit dem es der Volksbank Eifel gelungen ist, ihre Unternehmerberatung weiterzuentwickeln und zu verbessern. „Laut einer Kundenbefragung wird von einem strategischen Partner vor allem eine ganzheitliche Betrachtung aller privaten und unternehmerischen Aspekte erwartet“, berichtete Seifried. „Darauf aufbauend wurde eine vernetzte Vorgehensweise und Beratung etabliert, die Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Themen darstellt und berücksichtigt.“ Der Erfolg lasse sich im konkreten Beispiel neben dem höheren Wachstum im Kreditgeschäft, insbesondere am deutlich umfangreicheren Zusatzgeschäft in den Bedarfsfeldern Vorsorge und Absicherung, bei Vermögensanlagen sowie rund um die Bewegung von Immobilien ablesen, welches das FiRMa-Team gegenüber der klassischen Beratung bei gleichen Voraussetzungen erzielte.

Die Referenten stellen ihre Ansätze auch in der 2016er Auflage des in der FOM-Edition herausgegebenen Sammelbandes „Banking & Innovation“ vor.