Aktuell
Staatliche und private Hochschulen rücken enger zusammen

- Programmbeirat (v.l.n.r.): Prof. Dr. Burghard Hermeier, Dr. Werner Jubelius, Dr. Klaus Peters, Prof. Ulf Pallme König sowie Prof. Dr. Dieter Leuze.
31.03.2011 - Rund 70 Experten aus Wissenschaftsrat, Ministerien, Hochschulen und Instituten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind jetzt an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Essen zusammengekommen, um über die Bedeutung von Hochschulkooperationen zu diskutieren. Der Verein zur Förderung des deutschen & nationalen Wissenschaftsrechts hatte zu der Fachtagung „Systemüberschreitende Hochschulkooperation – feindliche Übernahme oder logische Antwort auf Effizienzdruck?“ an der FOM geladen. Der Tagungsort war bewusst gewählt worden, da die private FOM mit Kooperationen zu staatlichen Hochschulen schon positive Erfahrungen gemacht hat.
Schon seit vielen Jahren kooperiert die FOM erfolgreich mit staatlichen Hochschulen. Kooperationen gibt es unter anderem mit der Fachhochschule Köln und der Hochschule Bochum. „So war es uns möglich, die eigenen Management-Studiengänge um beispielsweise Ingenieur-Studiengänge am Standort Essen zu ergänzen“, so FOM-Rektor Prof. Dr. Burghard Hermeier. Zusammen mit der Hochschule Bochum hat die FOM so in den vergangenen Jahren mehr als 500 Ingenieur-Studienplätze geschaffen. „Aus eigener Kraft hätten wir diese Studiengänge bei dem hohen Infrastrukturbedarf nicht zu akzeptablen Studiengebühren anbieten können“, ergänzt Prof. Hermeier, der die Tagung in Essen positiv bewertete: „Die Kombination aus fachlich hochwertigem Austausch, strategischen Dialogen und einem kollegialen Miteinander hat viele wertvolle Impulse gegeben, das Thema der Hochschulkooperationen jenseits von Systemgrenzen neu zu denken – und auch konkret anzugehen.“

- Unter den Fachreferenten (v.l.n.r.) waren Prof. Dr. Stefan Heinemann, Dr. Rainer Ambrosy und Prof. Dr. Jens M. Schmittmann; moderiert wurde u.a. von Prof. Dr. Dieter Leuze (2.v.r.).
Die zehn Fachreferenten haben mit unterschiedlichem Fokus ein Thema beleuchtet, was zunehmend an Bedeutung für die Hochschulen, aber auch für Ministerien, den Wissenschaftsrat und weitere Akteure im Bildungsbereich gewinnt. Thematisch wurden rechtliche Rahmenbedingungen ebenso diskutiert wie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Kooperationsplattformen, Franchise-Modelle in der Lehre sowie Drittmittelakquisition und -bewirtschaftung aus Sicht der privaten und staatlichen Hochschulen und die sich daraus ergebenden Kooperationspotenziale zwischen öffentlichen und privaten Hochschulen. Weitere Einblicke aus Österreich und der Schweiz ermöglichten darüber hinaus einen spannenden Blick „über den Tellerrand“ hinaus.
„Im Bildungsbereich stehen wir vor großen Herausforderungen“, so Prof. Hermeier. „Die steigende Nachfrage nach Studienplätzen aufgrund doppelter Abitur-Jahrgänge oder die Entwicklung von Weiterbildungsangeboten – nur wenn staatliche und private Hochschulen eng zusammenarbeiten, sind diese Herausforderungen zu meistern.“ Dr. Rainer Ambrosy, Kanzler der Universität Duisburg-Essen, ergänzt: „Wir dürfen es nicht bei einem einmaligen Austausch belassen, sondern müssen diesen positiven Schwung mitnehmen in weiteren konkretisierenden Gesprächen. Denn gelingende Hochschulkooperationen müssen und können allen Beteiligten einen Nutzen bringen und dieses Feld unbearbeitet zu lassen ist gerade in Zeiten von Finanzknappheit und steigenden Leistungsanforderungen nicht sinnvoll.“
