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Familie und Kind: Für viele Frauen keine Karrierebremse
07.03.2011 - Männer und Frauen haben heutzutage ähnliche
Karriereansprüche. Bei Frauen kann früher oder später jedoch die vermeintliche „Karrierebremse“ dazwischen kommen: die Geburt eines Kindes. So lautet zumindest die immer noch weit verbreitete Meinung, auch wenn zahlreiche Frauen heute zeigen, dass dies keinesfalls so sein muss. Beim dritten Stuttgarter Frauen-Forum der FOM Hochschule für Oekonomie & Management und des EWMD, European Women’s Management Development International Network, diskutierten Frauen darüber, wie eine Karriere mit Kindern möglich ist.
Auf der einen Seite die Frau, die nach der Geburt ihres ersten Kindes den Berufstitel „Hausfrau und Mutter“ übernimmt, auf der anderen Seite die Karrierefrau, die sich gegen eine Familie und für ihre Karriere entscheidet – dass diese überspitzten Rollenbilder nicht mehr zeitgemäß sind, zeigte sich beim dritten Stuttgarter Frauen-Forum.
Dort standen vier Frauen auf der Bühne, die keine Entweder-oder-Entscheidung treffen wollten und ihre Karriere auch mit Kind erfolgreich vorangetrieben haben. Prof. Dr. Stefanie Fiege beispielsweise hatte sich zunächst aus dem Beruf verabschiedet und für die Elternzeit entschieden, als ein Lehrangebot der FOM Berlin ins Haus flatterte. Sie nahm ihre Chance wahr. „Schließlich ist der Kopf nicht in Elternzeit“, so Fiege – vielen
Frauen fehle schnell die berufliche Herausforderung. Das stoße teils auf großes Unverständnis, vor allem bei anderen Frauen.
Dieses Gefühl kennt auch die Rechtsanwältin Dr. Evelyn Klasen. „Viele waren irritiert davon, dass ich nach einem geplanten Kaiserschnitt schnell wieder am Schreibtisch saß“, erzählt sie, „doch vor meinem Kind hatte ich eine 80-bis-90-Stunden-Woche. Heute halten sich mein Job, meine Lehrtätigkeit an der FOM und meine Aufgabe als Mutter die Waage.“ Daniela Hanft, Dipl. Betriebswirtin (BA) und FOM-Masterstudentin, findet ihre Balance beim Marathonlaufen. Sie nutzt derzeit ihre einjährige Babypause, um ihr Masterstudium zu vollenden, und wird im Dezember wieder in ihren Beruf als Key Account Managerin zurückkehren: „In meinem Unternehmen gibt es gute Rahmenbedingungen für Eltern, die aber von Frauen wie auch von Männern noch wenig genutzt werden. Ich hoffe, ich kann in diesem Sinne eine gewisse Vorreiterrolle übernehmen.“
Insgesamt haben sich die Karrierechancen für Frauen in den vergangenen Jahren verbessert und mit der Öffnung hin zu Betriebskindergärten, Home Office und familienfreundlichen Arbeitszeiten ist es möglich, neben der Familie auch Einsatz in der Karriere zu zeigen. Letztendlich profitieren davon die Unternehmen, die weibliche Fach- und Führungskräfte langfristig halten können.
In einem waren sich alle vier Referentinnen einig: Es ist möglich, Karriere zu machen und gleichzeitig ein Privat- und Familienleben zu pflegen. Dr. Anna-Maria Karl, Leiterin der Genius-Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche bei Daimler und Mutter von vier Töchtern ist überzeugt: „Flexibles Arbeiten und moderne Kommunikationsformen bieten heute ganz andere Möglichkeiten, berufstätig zu sein und sich um die Kinder zu kümmern. Es kommt darauf an, dies zu nutzen und konsequent umzusetzen.“
