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„Kurzfristig stabilisiert sich der Euro, langfristig droht Inflation“

24.09.2010 - Die Staatsverschuldung einiger europäischer Staaten ist – trotz Milliarden-Hilfspaket – noch nicht ausgestanden. So lautet die Einschätzung von Prof. Dr. Gerald Mann, Volkswirtschafts-Experte der FOM Hochschule für Oekonomie & Management. In seinem Vortrag unter dem Motto „Was wird aus dem Euro?“ zeichnete er beim fünften Stuttgarter Wirtschaftskompass der FOM ein mögliches Zukunftsszenario. Sein Fazit: Die Prognosen für die Gemeinschaftswährung sind düster.

 

„Die eingetretene Beruhigung und scheinbare Stabilisierung des Euros werden nur von kurzer Dauer sein, langfristig ist eine starke Entwertung zu erwarten“, so Mann. Wo liegen die Gründe? Für die Rettungsaktion, mit der Griechenland unterstützt werden sollte, als die Zahlungsunfähigkeit drohte, gaben die EU-Staaten Milliarden aus. „Eine verantwortungslose Schuldenmacherei“, urteilt der Experte. „Unüberschaubare Schuldenberge als Ursache und Ausgangspunkt der Währungskrise mit neuen Schulden zu bekämpfen, kann ökonomisch betrachtet nicht die richtige Lösung sein“. Schließlich müssten diese auch wieder abgebaut werden und das werde voraussichtlich über eine hohe Inflation geschehen. Dabei gewinne der Schuldner und der Gläubiger verlöre real an Wert. Der ehrlichere und sauberere Weg wäre hingegen, die Schulden durch Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen zu reduzieren, empfiehlt der FOM-Experte.

 

Dass die europäische Währung in dieses Dilemma geraten konnte, sei vorhersehbar gewesen: Man dürfe die PIGS-Staaten nicht als Opfer der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise verstehen. Vielmehr sei ihre aktuelle Situation schon bei der Einführung des Euro programmiert gewesen. „Mit der Notenbank gibt es eine einheitliche Geldpolitik für die Eurozone. Die einzelnen Länder betreiben aber jeweils eine eigene nationale Steuer- und Finanzpolitik. Bei ungleicher Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsstaaten kann das auf Dauer nicht funktionieren“, so Mann. In den südlichen Ländern stiegen die Lohnstückkosten stärker als beispielsweise in Deutschland. Deshalb vergrößerten sich die Handelsbilanzdefizite in Griechenland, Spanien, Italien und Portugal. „Die Staaten haben über ihre Verhältnisse gelebt und dies durch Kredite von außen finanziert. Ohne den Euro wäre das so ohne weiteres nicht in diesem Maß möglich gewesen.“

 

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